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Sargfabrik

Verein für integrative Lebensgestaltung
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16Feb2012

DIE STROTTERN & BLECH (Österreich)

Songs and beyond

Klemens LENDL - Gesang, Violine
David MÜLLER - Gesang, Gitarre, Harmonium
Martin EBERLE - Trompete, Flügelhorn
Martin PTAK - Posaune, Harmonium

Beginn: 20:00   Eintritt: € 20 / Stud. € 12  

"Unter größtmöglicher Aussparung von Larmoyanz und Weinseligkeit, dafür aber unter reichlicher Beigabe von wertvoller Poesie und galanter Melodie führen sie in die geheimsten Winkel der mal grausamen, dann wieder baatzwachen Wiener Seele." (Samir Köck, Die Presse)
Nach drei Jahren der Entbehrung endlich wieder in der Sargfabrik! Dafür beehren sie uns gleich mit einem neuen Projekt, denn Die Strottern blasen sich mit "Blech" zu einem Quartett auf, um das Genre Wienerlied noch gehöriger als bisher aufzumischen. Keine Larmoyanz, keine Weinseligkeit, dafür reichliche Beigaben an Schrägheit, verschraubtem Witz und dissonanten Ausbrüchen. Die
Texte drehen sich um Liebe und Leben, manchmal um den Tod.
Ein uns allen bekannter Musikjournalist beschrieb es so: "Hier gehts ums Erzählen - mit Ruhe und Bedacht und trotzdem immer mit Tempo, mit Zug, nichts klebt, alles fließt, geht so dahin, dass mir gar nicht auffällt, wie es mich rührt. Um noch ein Schäuferldraufzulegen: Ohne, dass ich es merke, hat sich eine Träne gelöst und rinnt die Wange hinab." (Albert Hosp, Ö 1)

Das Ergebnis der Strotterschen Radikalkur ist ein völlig neu empfundenes Wienerlied, das sich nicht als rosa Raunz- und Schmachtfetzen im Schmalzfass suhlt. Und wenn sich die Strottern mit zwei so hervorragenden "Blechkünstlern" wie Martin Ptak und Martin Eberle umgeben, dann rückt ihre Musik noch näher an die großen Gegenpole des Wienerlieds: Klangvielfalt der Großstadt und (alpine) Volksmusik. Trompete und Posaune spielen in beiden Welten eine tragende Rolle. Und so wird der Bogen weit gespannt, Freiheiten werden radikal ausgelotet, heimatliche Häfen direkter angesteuert. Zärtliches wird zärtlicher, Wildes wilder.
Und es wird - wie immer - schön!
23Feb2012

ALEX PINTER QUINTET (Österreich, Serbien)

Simply more than jazz

Alex PINTER - Gitarre
Stephan DICKBAUER - Saxophone, Klarinette
Martin REITER - Klavier
Gina SCHWARZ - Kontrabass
Vladimir KOSTADINOVIC - Schlagzeug
Gäste:
Viola FALB - Altsaxophon, Bassklarinette
Dimitrije VASILJEVIC - Klavier

Beginn: 20:00   Eintritt: € 18 / Stud. € 11  

THE BEANTOWN EXPERIENCE / CD-Präsentation
"I believe that the true jazz artist is not here to do what’s already been done. This music by Alex Pinter is respectful of the past but uniquely in the Present Tense and is a wonderful vehicle for each of these fine young musicians to find the truth of who they are." - Ken Pullig (Berklee College of Music)

Das Album "The Beantown Experience" erzählt von den Erfahrungen des Gitarristen Alex Pinter an der amerikanischen Ostküste und der intensiven Zeit am Berklee College of Music. Klar definierte, melodiös gehaltene Erzählstränge verdichten sich zu einer Geschichte, die darüber berichtet, was den Musiker in dieser Zeit bewegt und motiviert hat. Fesselnd und schön sind die Melodien, die sich über der komplexen modernen Harmonik entfalten und den Hörer durch das Geschehen führen.
Bandleader Alex Pinter versteht es sowohl als Komponist als auch Improvisator, der Musik den Platz zu lassen, den sie braucht, um zur Geltung zu kommen als auch Intensität,Kraft und Energie dort einzusetzen, wo diese benötigt wird. Komposition und Improvisation ergänzen und kontrastieren einander in einer ausgewogenen Leichtigkeit.
Beantown, der Spitzname für Boston, ist der Ort, an dem sich das Quintett gefunden hat. Jazzgrößen wie Mick Goodrick, Joe Lovano oder Ralph Peterson haben hörbar Spuren im Vokabular ihrer Schüler hinterlassen.
In Begleitung der Musiker begibt man sich mit "The Beantown Experience" auf eine Fahrt gegen den diffusen Informationsstrom unserer Zeit - ein Album mit stillen, dunklen Tiefen und stürmisch aufbrausenden Eskapaden, die zu einer fesselnden 8teiligen harmonischen Einheit verschmolzen sind.

Mit den Hans-Koller-PreisträgerInnen Gina Schwarz, Martin Reiter und Viola Falb sowie den mehrfach ausgezeichneten Musikern Alex Pinter, Stephan Dickbauer und Vladimir Kostadinovic finden sich kundige Weggefährten für diesen Sargfabrik-Abend!
März 2012
1März2012

CATHRIN PFEIFER QUARTETT (Deutschland, Argentinien)

Simply more than jazz

Cathrin PFEIFER - Akkordeon
Topo GIOIA - Perkussion
Andreas HENZE - Kontrabass
Holger SCHLIESTEDT - Gitarre

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

"Prädikat der Superlative ... Sie entlockt ihrem Instrument Klangkombinationen und Nuancen, die ein musikalischer Normalverbraucher für schlichtweg unmöglich hält. Trifft dieses wechselweise gefühl- wie temperamentvolle Spiel mit den percussionistischen Fertigkeiten Gioias ... zusammen, so entsteht eine hör- und sehenswerte Mixtur, die sich kein Liebhaber von Ethno-Grooves entgehen lassen sollte." (Freie Presse)
"... rhythmisch explosives Akkordeon ... Unleugbar, man fühlt sich gefangen wie auch verzaubert ... Eine Voodoo-Meisterin des Akkordeon." (Accordeon Magazine)

Die überzeugte Kosmopolitin Cathrin Pfeifer, geboren in Ost-Berlin, definiert sich nicht nur über ihre Musik, sondern auch über das Reisen. Der klassischen Akkordeon-Ausbildung folgten stilistische Kreuzfahrten zwischen den Polen Worldmusic, Folk, Rock, Filmmusik, Tanztheater, Klassik und Avantgarde all over the globe.
In Cathrin Pfeifers Kompositionen erkennt man ihre Lebenslust, Poesie und Offenheit. Sie sind voll von stilistischen Überraschungen.
Mit ihrer Band, mit der sie zum ersten Mal in Wien gastiert, kombiniert Cathrin Pfeiffer vertrackte südamerikanische Rhythmen mit Blues-, Musette- und Flamencoeinflüssen, darüber schweben eingängige, leicht melancholische Melodien, mal koboldhaft, mal romantisch, immer vital und energiegeladen. Eine Klang-Vision zwischen tangoesken Walzerklängen, afrikanischem Voodoo, der sich zum Blues auswächst und fiktiver Folklore zu zwingend tanzbaren Grooves, die den "Earworm In The Morning" ebenso wie "Verlorene Zwischenräume" hörbar macht.
Anders ausgedrückt: Cathrin Pfeifer lädt ein zu einer musikalischen Abenteuerfahrt in den Urwald oder die Wüste, streift kurz den brasilianischen Karneval, feiert Silvester in Kuba, folgt den Spuren argentinischer Musiker um die Welt bis zur Seine, um als Großstadtindianerin deprimiert im Stau der deutschen Hauptstadt zu enden.
8März2012

HELENE BLUM & HARALD HAUGAARD QUARTET (Dänemark)

Songs and beyond

Helene BLUM - Gesang, Gitarre
Harald HAUGAARD - Violine, Mandoline
Mattias PÉREZ - Gitarre, Mandoline
Kirstine Elise PEDERSEN - Violoncello

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

Man nehme einen brillanten Fiedler, der als einer der besten Folkgeiger der Welt gilt, dazu eine Sängerin, die in Dänemark für ihre kristallklare Stimme und ihre Interpretationen von traditionellen dänischen Liedern gefeiert wird, außerdem noch eine Cellistin und einen Gitarristen, die beide viel Erfahrung aus verschiedensten Ensembles mitbringen, und hat ein Quartett, das seinesgleichen sucht: Das Helene Blum & Harald Haugaard Quartet addiert die musikalischen Qualitäten vier exzellenter MusikerInnen zu einem musikalischen Dream Team. Das Ensemble spielt traditionelle dänische Volksweisen sowie eigene Kompositionen, die von gefühlvollen Balladen bis zu schnellen Tänzen alles zu bieten haben.

Lassen wir ein paar Pressestimmen sprechen:
"Dänischer Paganini nennen ihn die einen, Doppelgänger des berühmten Jazzviolinisten Stéphane Grapelli die anderen. Das britische Weltmusikmagazin fRoots zählt ihn zu den drei besten Folkgeigern aller Zeiten. Wenn Harald Haugaard den Bogen auf den Saiten tanzen lässt, wird er völlig eins mit seinem Instrument. Leicht, locker und entspannt wirken seine Bewegungen, selbst wenn er schwierigste Passagen meistert." (Folker, Musikmagazin Deutschland)
"Helene Blums kristallklarer und glockenheller Sopran schwebt über den instrumentalen Klängen und bezaubert mit frischer Natürlichkeit und ungekünstelter Herzlichkeit und egal ob sie zerbrechlich oder kraftvoll intoniert, immer steht der Gesang in authentischer Verbindung zu ihrer einnehmenden Persönlichkeit. ... Ebenso charismatisch steht ihr Harald Haugaard zur Seite: er wird von vielen als weltbester Folkgeiger gesehen und wenn man seinen rasanten, virtuosen, gefühlvollen und intelligenten Läufen folgt, weiß man auch warum." (Mindener Tagblatt).
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.
15März2012

THE HEART & THE WELLSPRING (Israel)

Global-Lokal

Naor CARMI - Kontrabass
Chillik FRANK - Klarinette, Gesang
Oren TSOR - Violine, Mandoline
Ariel ALIEV - Akkordeon, Perkussion
Ilan KATCHKA - Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

Mit seinem kraftvollen und zugleich feinfühligen musikalischen Stil öffnet das israelische Ensemble The Heart & The Wellspring eine Schatztruhe der Musik. Jüdische Lieder, die über Jahrhunderte nur den Gläubigen zugänglich waren, werden zu neuem Leben erweckt. Mit Rücksicht auf Traditionen interpretieren sie die alten Stücke neu und präsentieren dabei die ganze Vielfalt der jüdischen Musik, die sich mit Einflüssen aus allen Erdteilen angereichert hat. Und so ertönen prunkvolle Märsche, königliche Walzermelodien oder ganz einfache Tonfolgen, die direkt den Flöten der Schäfer in den Bergen entsprungen zu sein scheinen. Zu hören sind Tausende von Klängen, die ein schillerndes Mosaik faszinierender jüdischer Musik hervorbringen.
Einige Lieder rufen große Sehnsucht hervor, andere sind randvoll gefüllt mit überschwänglicher Freude. Die Gewinner des internationalen jüdischen Musikfestivals 2010 in Amsterdam teilen diesen schillernden Reichtum mitviel Hingabe und überschwänglichem Vergnügen.

Das Ensemble besteht aus den gefragtesten Musikern Israels. So spielte Perkussionist Ilan Katchka mit Weltklasse-Bassist Avishai Cohen. Der tadschikische Jude Ariel Aliev ist Mitglied der in Israel und auf der ganzen Welt tourenden Aliev Family. Chillik Frank ist wohl einer der gefragtesten chassidischen Klarinettisten der jüdischen Welt. Leiter des Ensembles ist Naor Carmi, eine prominente Figur in Israels Weltmusikszene. Gewöhnlich spielen chassidische Musiker nur vor eigenem Publikum. Dem Ensemble The Heart & The Wellspring ist es zu verdanken, dass diese besondere und lebhafte Musik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wird.
22März2012

MATUTO (Brasilien, USA)

Simply more than jazz

Clay ROSS - Gitarre, Stimme, Perkussion
Rob CURTO - Akkordeon, Stimme, Perkussion
Richie BARSHAY - Schlagzeug, Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

Im Nordosten Brasiliens regiert von jeher ein eigenes Universum von ländlich geprägten Musikstilen, die unter dem Namen Forró gebündelt werden. Diese ländliche Musik mit ihren bodenständigen Rhythmen, ihren wippenden Akkordeons, rockigen Gitarrenriffs und raukehligen Gesängen spricht mittlerweile eine Sprache für alle: Denn sie hat auch die Städte fest im Griff und überquerte dabei die brasilianischen Landesgrenzen. Wie einst die Bossa Nova in den frühen Sechzigern New York eroberte, ist nun der Forró dabei, die Clubs am Hudson im Sturm zu nehmen. Zu den aktuellen Protagonisten des Forró im Big Apple zählen nun unbestritten die Jungs von Matuto. Die zudem noch das Kunststück fertigbringen, die Farben Brasiliens mit den rustikalen Tupfern der US-Musikhistorie wie Bluegrass oder anderen Country-Vokabeln zu überziehen.

Im Zentrum des "Matuto-Sounds" stehen zwei gewiefte Kreativköpfe. Da ist zunächst der Italo-Amerikaner Rob Curto, der sich seine Meriten durch langjährige Aufenthalte in Brasilien verdient hat. Zum vielgesichtigen Klanguniversum von Curto gehören Swing, Bebop und Funk ebenso wie Rock und Blues - ab und an steht er mit der mexikanischen Diva Lila Downs auf der Bühne. Den Gegenpart findet er in Clay Ross aus South Carolina, der auf seiner Gitarre mühelos zwischen Jazz, Worldmusic und Bluegrass mäandriert, bei Cyro Baptista Einblicke in die brasilianischen Rhythmen bekommen hat und dem Matuto-Sound seine freche Stimme leiht. Um diese Doppelspitze schart sich ein Hochkaräter der NYSzene, der Herbie Hancock-erfahrene Drummer und Klezmatics Mitglied Richie Barshay.
Die Klangresultate dieser alles anderen als homogenen US-brasilianischen Verbrüderungstruppe verblüffen. So gewaltig tönt es, wenn Stadtburschen den Wurzelsaft vom Lande einsaugen und dabei spannungsgeladenen Stall- und Steppengeruch aus zwei Erdteilen in die Häuserschluchten von New York und von dort direkt in die Sargfabrik bringen.
29März2012

AL ANDALUZ PROJECT (Spanien, Marokko, Deutschland)

Fundstuecke

Mara ARANDA, Iman al KANDOUSSI, Sigrid HAUSEN - Stimme
Michael POPP - Gesang, Oud, Saz, Tar, Fidel, Dilruba, Lafta
Aziz SAMSOUI - Qanun
Ernst SCHWINDL - Drehleier, Harmonium, Portativ
Jota MARTINEZ - Drehleier, Citola
Sascha GOTOWTSCHIKOW - Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 25 / Stud. € 15  

Internationalität, Integration, religiöse, sprachliche und kulturelle Vielfalt und Toleranz. Was sich hier wie die Liste aktueller Diskussionsanstöße unserer Zeit liest, sind Themen, die so bereits vor mehreren hundert Jahren die Geschichte Europas und das Zusammenleben der Menschen des Kontinents prägten. Als geographischer Schnittpunkt der drei das Mittelalter bestimmenden Kulturen moslemischer, jüdischer und christlicher Ausformung kann die iberische Halbinsel gelten.
Mit "Al Andaluz" = "Land des Lichts" bezeichnet, trafen dort in den Städten auf engstem Raum christliche Familien auf arabische Sprache und Lehren.

Als Spezialisten für mittelalterliche Musik hat sich das deutsche Ensemble Estampie mit spanischen und marokkanischen MusikerInnen entschlossen in dem Al Andaluz Projekt eine Kooperation einzugehen, die eben jene drei Kulturen musikalisch aufgreift und so lebendig werden lässt.
Das Al Andaluz Projekt besticht nicht zuletzt durch die Noblesse seiner Produktion. Die Stimmen der charismatischen Sängerinnen Sigrid Hausen, Mara Aranda und Iman al Kandoussi sind von schwebender Reinheit. Die Saiteninstrumente wie Saz, Oud und Fidel, gespielt von Michael Popp, schaffen in einem Moment die Atmosphäre flirrender, trockener Hitze, im nächsten suggerieren sie launige Unterhaltung an einem schattigen mittelalterlichen Hof. Ernst Schwindls und Jota Martinez‘ Drehleier und Aziz Samsaouis orientalische Zither entfalten ihren Reichtum, hinzu gesellen sich die tiefen, dunklen Trommeln unter den Händen von Sascha Gotowtschikow. So entsteht eine geheimnisvolle, betörende Musik, die wie selbstverständlich zwischen den Welten, Epochen und Kulturen wandert.

Nach zahlreichen gefeierten Konzerten und internationalen Festival-Auftritten in den letzten Jahren geht das Al Andaluz Projekt mit ihrer "konzertanten Weltmusik" nun wieder auf eine ausgedehnte Tournee und hat die Sargfabrik als einzigen Österreichauftritt auserkoren.
April 2012
12Apr2012

AMÉLIE-LES-CRAYONS (Frankreich)

Songs and beyond

AMELIE-LES-CRAYONS - Gesang, Klavier, Gitarre, Flöte, Akkordeon
Nicolas ALLEMAND - Klavier, Perkussion, Violine, Dulcimer, Melodica
Olivier LONGRE - Gitarre, Mandoline, Lyra, Harmonika, Akkordeon, Flöte

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

Wer erinnert sich nicht an die musettegetränkten Miniaturen aus dem Soundtrack zum Film "Die wunderbare Welt der Amélie"? Eine weitere Amélie begegnet uns hier, und auch ihr Akkordeonwalzer offenbart einen ähnlich melancholischen Esprit wie die Filmmelodien von Yann Tiersen. Die Schöpferin jener nicht minder fabelhaften, in Lieder gegossenen Welt nennt sich Amélie-les-crayons und mutierte in Windeseile zum Shootingstar, zur angesagtesten Chansonsängerin und interessantesten Songschreiberin der jungen französischen Szene. Ihre Musik lässt sich gleichsam als klingende Fortschreibung jener kindhaft-unsentimentalen, phantasiebeflügelten Weltdeutungen lesen, die Amélie Poulain (gespielt von der bezaubernden Audrey Tatou) im Film auszeichnen.
Mit aufgeweckter, glöckchenklarer Sprechgesangstimme lässt diese Chanteuse Bilder von tragischen, glücklichen, entrückten und äußerst lebendigen Gestalten entstehen - sie singt über Muskelprotze und Mondtänzer, über Zitronenbäume und Kieselsteine, die plötzlich zu Angelpunkten von Geschichten werden, die das Leben schreibt. Es sind charmante, plastische Mini-Epen, geistreich und voll Esprit.

Amélie-les-crayons bezaubert dabei nicht nur durch eine höchst flexible, intonationssichere Sprechgesangsstimme, die sie selbst am Klavier begleitet, sie kleidet die Geschichten mit ihrer Zwei-Mann-Band in folkig und jazzig angehauchte, akustische Kammerpop-Gewänder. Und sie lebt auf der Bühne ihre Lieder: Ihre Shows sind einmalige Mischkonzepte aus Musik, Dichterlesung, Theater und Comedy. So sprießen aus dem Klavier Blumen, sie selbst inszeniert sich als barfüßiges, kindhaftes Feenwesen, das die skurrilen Chanson-Bilder einer phantasieentgrenzten Bühnensphäre entspringen lässt.
Sie sind herzlichst eingeladen zu einem musikalischen Tête-à-tête mit einer der bezauberndsten Vertreterinnen des jungen französischen Chansons!
19Apr2012

GARUFA (Uruguay)

Fundstuecke

Oscar MOREIRA - Gesang
Felipe MEDINA - Kontrabass, Gesang
Ignacio GIOVANETTI - Gitarre, Gesang
Alejandro LOGUERCIO - Geige, Gesang

Beginn: 20:00   Eintritt: € 18 / Stud. € 11  

"Von Beginn an hat sich die Formation Garufa vorgenommen, die wichtigste Tangoband der letzten dreiundsechzigeinhalb Jahre zu werden. Ein Ziel, das wir natürlich noch nicht erreicht haben - aber wir sind am besten Weg dorthin". Diese Selbstdarstellung des Ensembles weist schon darauf hin, dass hier anscheinend ein paar Spaßvögel am Werk sind. Und tatsächlich, Garufa bietet mehr als ein Konzert mit exzellenten Musikern, die lateinamerikanische Rhythmen darbieten - es lässt sich durchaus von einer Show sprechen.
In der Fusion von Rhythmen und Stilen sorgt Garufa immer wieder für Überraschungen, verlässt ausgetretene Pfade der Interpretation und gibt damit auch bekannten Stücken eine sehr persönliche Note.
Das Spiel mit Rollen und Stimmungen zieht sich durch den gesamten Auftritt, der Instrumentalstücke und A capella Einlagen enthält - alle Musiker singen, manchmal im fliegenden Wechsel zwischen Bass, Gitarre, Geige und Perkussion.

Prinzipiell entwickelt sich das Repertoire von Garufa aus dem Tango und reicht bis zur Milonga, Vals Criollo, Vidala baguala, Zamba und Candombe, ohne andere lateinamerikanische Rhythmen wie Bolero und Salsa außer Acht zu lassen. Bühnenszenen und Gags parallel zum musikalischen Geschehen (und manchmal im Widerspruch zu diesem) geben dem Auftritt eine humoristisch-theatrale Dynamik.
Wenn Garufa die ersten Noten eines Stückes spielt, ist für das Publikum keineswegs klar, was in den nächsten Minuten geschehen wird, wer hier welche Rolle spielt. Sie sollten sich auf Überraschungen gefasst machen!
26Apr2012

HAIG YAZDJIAN TRIO (Griechenland, Armenien)

Global-Lokal

Haig YAZDJIAN - Oud, elektrische Oud, Gesang
Yiotis KIOURTSOGLOU - Bass
Vangelis KARIPIS - Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 20 / Stud. € 12  

Für manche mag seine Musik ein Buch mit sieben Siegeln sein, doch Haig Yazdjian weiß genau, welche Einflüsse in den Rahmen seiner Vorstellungen passen.
Als Sohn armenischer Eltern in Syrien geboren, lebt er seit mehr als 20 Jahren in Griechenland. Über die Jahre hat Yazdjian mit den prominentesten griechischen KomponistInnen und SängerInnen sowie SolistInnen von internationalem Ruf zusammengearbeitet. Unter ihnen Theodosii Spassov, Omar Farouk Tekbilek, Eleftheria Arvanitaki, Savina Yannatou, Maria Farantouri oder George Dalaras.

Wenn man hört, wie er die Oud spielt, spürt man etwas, das man beim Flamenco Duende nennt: Dieser Mann ist voll Geist, Emotion, Leidenschaft, die er in seiner Kunst offenbart. Und wer seinen betörenden Gesang vernimmt, glaubt Djivan Gasparyans Duduk-Spiel zu hören. In seinen vertrackten Kompositionen vermag er kunstvoll die verschiedenen Elemente der östlichen Mittelmeermusik zu verbinden, dazu singt er auf Armenisch, Griechisch und Arabisch und zeigt exemplarisch, was Kulturmischung bedeuten kann. Ob griechische oder arabische Musik, ob schnell, langsam, hell, dunkel, leicht, schwer - Beschreibungskategorien werden zunehmend unwichtig, denn seine Musik ist all das und nichts davon. Sie ist ein Spiel, eine eigene Welt und keine dieser popularen Allerweltsmusiken, keine simple Addition von Oriental-Exotik und eingängigen Rhythmen.

Yazdjian steuert mit seinem aktuellen Trio einen bunten fliegenden Teppich, den Vangelis Karipis mit kräftigen Schlägen auf Drum-Set und Rahmentrommel ausklopft, und auf dem der Bassist Yiotis Kiourtsoglou ein unbekümmertes Tänzchen wagt. Die Mischung aus griechischer, osteuropäischer und orientalischer Musik muss also keineswegs ein Buch mit sieben Siegeln sein. Nicht, wenn sie auf solch sympathisch-selbstbewusste Weise von Haig Yazdjian und seinem Trio vermittelt wird.
Mai 2012
3Mai2012

SORMEH (Iran, Serbien)

Global-Lokal

Golnar SHAHYAR - Gesang, Daf, Berimbao
Mona Matbou RIAHI - Klarinette, Bassklarinette, Stimme
Jelena POPRZAN - Stimme Viola, Setar, Loops

Beginn: 20:00   Eintritt: € 18 / Stud. € 11  

"Ihr Name ist Programm. 'Sormeh' ist das persische Wort für Lidstrich - ein wiederkehrendes Motiv in der Literatur, das für Schönheit und Kraft steht - wie die Musik von Sormeh." Rosa Celine Nowak (Wiener Zeitung)

Golnar Shahyar, Mona Matbou Riahi aus dem Iran und Jelena Poprzan aus Serbien haben zu einem viel versprechenden Trio zusammengefunden, das - einen Bogen spannend von orientalischer zu balkanischer Musik - seinen kosmopolitischen Kompromiss findet in jüdischen Musiktraditionen sowie eigenwilligen Arrangements und Improvisationslust. Kennengelernt haben sich die drei Musikerinnen beim Oficina Art Orchestra unter Leitung Alegre Corrêas und Projekten Mathias Rüeggs. Riahi und Shahyar interpretierten bereits mit ihrem Trio Gabbeh persische Musik, mit der Band Choub konzentriert sich Golnar Shahyar auf (Ethno-)Jazz, und Jelena Poprzan ist seit einigen Jahren mit ihrem Duo Catch-Pop String-Strong eine Fixgröße der heimischen Musiklandschaft. Ihre Erfahrungen in Klassik und Jazz kommen den drei jungen Frauen auch bei Sormeh zugute, wenngleich sie hierbei trotz aller Innovation tiefen Respekt vor der Tradition bekunden: bulgarische, armenische, griechische, persische, jiddische und sephardische Lieder, schräge instrumentale Klezmer- und Balkan-Attacken sowie vertonte Lyrik, zeitlose wie zeitgenössische Chansons und Eigenkompositionen. Gewagt, elegant und geheimnisvoll wie ein orientalischer Lidstrich, denn nichts anderes heißt das persische Wort "Sormeh".

Ihr Song "Elegy" hatte auf Soundcloud binnen zwei Wochen über 10.000 Clicks. Gerade erst gegründet, erobern Sormeh, Finalistinnen des Austrian World Music Awards 2011, mit ihren hinreißenden Konzerten, mit Esprit, Charisma und Spielwitz das heimische Publikum, in der internationalen iranischen Diaspora werden sie dank Internet bereits als Geheimtipp unablässig weiterempfohlen.
10Mai2012

ELINA DUNI QUARTETT (Albanien, Schweiz)

Simply more than jazz

Elina DUNI - Gesang
Colin VALLON - Klavier
Bänz OESTER - Kontrabass
Norbert PFAMMATTER - Schlagzeug

Beginn: 20:00   Eintritt: € 22 / Stud. € 13  

Was die albanische Sängerin Elina Duni aus dem traditionellen Liedgut ihrer Heimat macht ist unvergleichlich und originell. "...eine unglaublich stimmgewaltige, hinreißende, wunderbare Interpretin!" (Stereoplay)

Elina Duni wurde in Tirana in eine regimekritische Künstlerfamilie geboren. 1992 emigrierte sie nach Genf, Studium von klassischem Klavier und Jazz folgten, danach Jahre wo sie sowohl als Sängerin als auch als Schauspielerin Furore machte. So spielte sie im albanisch-schweizerischen Film "Yllka" eine Hauptrolle und komponierte die Musik dazu.
Ganz unabhängig von ihrem oft ethnischen Material ist die Sängerin Elina Duni eine der herausragenden Stimmen des europäischen Jazz. Bei ihren Auftritten verschmilzt sie voll und ganz mit dem Lied, wird wie eine antike Seherin zu dessen Medium, bezaubert durch sowohl lasziv-introspektive Nuancen als auch plötzliche Eruptionen von Intensität.
Nie bemüht, sondern stets im Dienst ihrer Kunst wirken ihre Auftritte, doch allein mit ihrer schauspielerischen Erfahrung lässt sich dieses Bühnencharisma nicht erklären, es ist vielmehr das tiefe Verständnis des emotionellen Kerns der zum Teil uralten Lieder aus Albanien, dem Kosovo, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und der Türkei, die ihr diese Glaubwürdigkeit verleihen. Elina Duni kleidet die Traditionals in den Samt ihrer Stimme und in die Seide ihrer zeitgenössischen Arrangements.
Zur Seite steht ihr ein hervorragendes Ensemble. Die Gruppe weist eine Sensibilität auf, die weit über die Konstellation Sängerin plus Piano Trio Backup hinausgeht. Kein Wunder, dass das Elina Duni Quartett die Konzertbühnen im Schnelltempo eroberte. Elina Duni schaffte es schon einmal das Sargfabrikpublikum in ihren Bann zu ziehen - das garantieren wir Ihnen auch diesmal!
16Mai2012

KLEZMER RELOADED - EXTENDED (Polen, Ukraine, Österreich)

Global-Lokal

Alexander SHEVCHENKO - Akkordeon
Maciej GOLEBIOWSKI - Klarinetten, Duduk
Christoph PETSCHINA - Bässe
Peter ROSMANITH - Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 20 / Stud. € 12  

Die außergewöhnliche musikalische Wahlverwandtschaft der beiden überzeugten europäischen Wiener Alexander Shevchenko am Akkordeon und Maciej Golebiowski hat sie zu einem gemeinsamen Projekt zusammengeführt - unter dem Namen Klezmer Reloaded sind sie bereits zu einer fixen Größe der (nicht nur) Wiener Musikwelt geworden. Zuletzt sorgten ihre Mahler-Bearbeitungen (Mahler Reloaded) für Begeisterung.

Klezmer Reloaded kratzt die Oberfläche der jüdischen Songs & Dances gehörig an, raut sie auf und entfernt sie manchmal: Klezmer, bis auf die Matrix hin überprüft. Dabei bringen die beiden Musiker mit ungeheurer Leichtigkeit ihre Virtuosität zum Klingen. Die sympathische und humorvolle un-ernste Bühnenpräsenz öffnet dem Publikum die Tür zu neuen Klängen. Jüdische Festmusik, polnische Gesangseinlagen, Klarinettentöne ähnlich einem Frauenlachen, schnellste Tonleiterläufe und die Lust an Dissonanzen. Wildfröhliche Polka wechselt sich abmit "Mazel Funkytov" oder der mystisch angehauchten "Scherele Rhapsodie".

Nun holen sich die beiden mit dem Bassisten Christoph Petschina und dem umtriebigen Überzeugungsrhythmiker Peter Rosmanith Verstärkung auf die Bühne. Solcherart "extended" vermischen sie ihre tiefgehende, launige Aneignung des Klezmer maximal spielwitzig mit gehörigen Prisen Jazz-Freigeist, würzen mit Salsa und einem Schlenker Tango und lassen als traumwandlerisch eingespieltes Musiker-Kollektiv instrumental virtuos Klezmer als das glänzen und wirken, was er von jeher war und immer sein wird: eine wunderbare Musik, die unweigerlich alle Menschen berührt, die bereit sind sich auf sie einzulassen.
Maciej Golebiowski und Aleksander Shevchenko sind als Duo schon souveräne Großmeister der "art of klezmer", im Quartett fliegen erst recht die musikalischen Funken!
24Mai2012

ERIK MARCHANDS KREIZ BREIZH AKADEMI (Bretagne, Frankreich)

Fundstuecke

Erik MARCHAND - Gesang, Leitung
Rozenn TALEC, Fanch OGER - Gesang
Etienne CABARET - Bassklarinette / Mathieu CONAN - E-Gitarre
Alexandre GILLES - Tenorsaxophon, Bombarde / Dylan JAMES - E-Bass
Timothée LE BOUR - Saxophone / Youenn LE CAM - Trompete
Yann LE CORRE - Keyboard, Akkordeon / Jean-Marie NIVAIGNE - Schlagzeug
Rafaelle RINAUDO - Elektrische Harfe, Qanun

Beginn: 20:00   Eintritt: € 25 / Stud. € 15  

Dem bescheidenen bretonischen Multitalent Erik Marchand (einer der besten Kan ha diskan-Sänger, Gründungsmitglied der Kultgruppe Gwerz, ursächlich am Klarinetten-Revival in der Bretagne beteiligt und unterwegs zu Crossover-Sessions in der ganzen Welt) scheinen die Ideen und Projekte niemals auszugehen. Nach seinen diversen Abenteuern mit Musik aus Indien, Südosteuropa, dem orientalischen Raum, Sardinien oder Galizien und die Zusammenarbeit mit Musikern wie Titi Robin, Mehdi Haddad, Paolo Fresu und anderen hat er vor einiger Zeit eine bretonische "Big-Band" ins Leben gerufen, die auf den Namen Kreiz Breih Akademi hört.
In der tatsächlichen Akademie werden einmal im Jahr junge bretonische Musiker in einem mehrwöchigen Workshop zusammengefasst und unter Mitwirken von großen Meistern anderer Kulturen wie Ibrahim Maalouf, Bojan Z., Thierry "Titi" Robin, Ross Daly, Keyvan Chemirani, Yair Dalal oder Karim Ziad angeleitet. Dementsprechend auch die Qualität der dabei entstehenden Arrangements.
Oral tradierte Themen aus der bretonischen Musiktradition werden mal jazziger, mal traditioneller, mal rockiger oder mal orientalischer berarbeitet. Das Ergebnis sind immer kraftvolle satte Sounds mit überwältigender Energie und Originalität - von jungen MusikerInnen in höchster Qualität dargebracht, die in der Akademie allesamt durch eine exzellente Schule gehen. Musik voll fremdartiger Reize und überraschender Klänge, ohne dabei die bretonische Bodenhaftung zu verlieren.

Noch nie war die Kreiz Breizh Akademi außerhalb Frankreichs live zu sehen und zu hören. Österreich-Premiere für eines der derzeit aufregendsten Worldmusic-Projekte Europas!
30Mai2012

SHANGYIN TRIO (China, Neuseeland, Deutschland)

Fundstuecke

Xu FENGXIA - Sanxian (chinesisches "Banjo"), Guzheng (chinesische Zither), Stimme, Komposition
Hayden CHISHOLM - Saxophon
Michael KIEDAISCH - Perkussion

Beginn: 20:00   Eintritt: € 20 / Stud. € 12  

Xu Fengxia ist eine international berühmte chinesische Multiinstrumentalistin in den Bereichen traditionelle und moderne chinesische Musik. Sie wurde in Shanghai geboren, begann schon mit 7 Jahren das Spiel auf chinesischen Zupfinstrumenten. Seit ihrer Übersiedlung nach Deutschland ist sie höchst erfolgreich in verschiedenen Bereichen wie Neue Musik, Jazz, Improvisation, Film und Tanz tätig. Neben der Pflege traditioneller chinesischer Musik ist ihr die Begegnung mit Musikern der Improvisierten Musik und des Jazz sehr wichtig. Von unzähligen Kooperationen sei hier v.a. die Zusammenarbeit mit Peter Kowald, die Mitwirkung in Baby Sommers Quartett "Percussion und Strings" oder ein aktuelleres Projekt mit Peter Brötzmann und Lucas Niggli genannt.
Immer mehr setzt Xu Fengxia auch ihre Stimme ein und verblüfft mit Vokaleinlagen, in denen die unterschiedlichsten asiatischen Gesangstechniken glaubhaft und überzeugend zu tragen kommen.

Im Trio präsentiert Xu Fengxia mit "westlichen" Musikern alte chinesische Songs, die sie mit Hilfe ihrer vielfältigen musikalischen Erfahrungen zu ganz neuer Lebendigkeit erweckt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung eines erneuerten Ensembleklangs, der die traditionellen chinesischen Elemente zwar noch erkennen lässt, sie aber nicht einfach kopiert.
Hayden Chisholm aus Neuseeland und Michael Kiedaisch aus Deutschland - selbst in verschiedenen Musikbereichen aktiv - teilen die musikalische Grundhaltung und Intention Xu Fengxias und verbinden im ShangYin Trio verschiedene Kulturen, Kontinente und Zeiten jenseits platitüdenhaften Crossovers.
Juni 2012
6Jun2012

ORGES & THE OCKUS-ROCKUS BAND (Albanien, Ukraine, Österreich)

Songs and beyond

Orges TOCE - Gesang, Gitarre
Hanibal SCHEUTZ - Kontrabass
Christian EBERLE - Schlagzeug
Andrej PROZOROV - Saxophone, Klarinette

Beginn: 20:00   Eintritt: € 18 / Stud. € 11  

Balkan Beat mit einer großen Prise Rock’n Roll, Jazz und Gipsymusic. So ließe sich die Musik dieser albanisch-österreichischen Band vielleicht am besten beschreiben. Man ist mitgerissen von der Energie und dem pumpenden Sound dieser Band, die einem gar keine andere Wahl lässt, als die Beine zu bewegen. Da knallen einem Disco-Beats mit Gipsy-Basslines um die Ohren. Die Rockabilly-Gitarre bedient gewollt Klischees. Gerne spielen sie auch anarchisch und lassen den Einsamen Wolf raushängen. Doch wenn der raue Gesang, der nur mit Paulo Contes alkoholgetränkter, swingender Stimme zu vergleichen wäre, einsetzt und auf Albanisch Geschichten erzählt, weint der Himmel.

Orges Toce, Sänger, Leader und Gitarrist dieser Truppe ist ein Weltenbürger, der im kommunistischen Albanien der 80er Jahre aufwuchs, ein paar Jahre in Spanien lebte und danach nach Österreich kam. Seine Songs handeln von all dem und heißen "Zhul" ("Dreck") womit TiranasStraßen gemeint sind oder "Scheiss‘ auf Korruption", die in seinem Heimatland nach wie vor herrscht und die Politik maßgeblich bestimmt. Die Romantik stirbt zuletzt und Lieder wie "Vajze cigane" (Gipsy Mädchen) und "Karrocae vjeter" (Der alte Caravan) lassen seine Balkan-Seele mit viel Hoffnung zurück. Seine Mitmusiker sind allesamt "Gstandene" der Wiener Szene. Da ist Hanibal Scheutz von den 5/8 in Ehr‘n am Bass, Christian Eberle von der Jazzwerkstatt Wien am Schlagzeug und der aus der Ukraine stammende Saxophonist Andrej Prozorov (Fatima Spar, Bulut)

So vielschichtig Albaniens Geschichte ist, so farbenprächtig ist auch die Musik von Orges & The Ockus-Rockus Band. Eine kurzweilige, oft witzige, spannende und erfrischende Neuentdeckung in der Wiener Musikszene.
jazzland bis tunnel