Dienstag, 15. September 2015

Woody Black 4 (Österreich)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Ein Jazz-Bassklarinettenquartett findet man auch nicht an jeder Ecke.
Andererseits, wo, wenn nicht in Wien, kann man auf die Idee kommen, dem schwarzen Klangholz in Form eines Quartetts zu huldigen, das den Namen „Woody Black 4“ trägt?
Bereits der Bandname signalisiert, was die Musik hören lässt, nämlich eine spritzige Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Vornehmlich mit ihren innovativen Eigenkompositionen haben die vier Bläser die Juroren des European Jazz Contest dazu bewegt, ihnen 2014 den ersten Preis zu zuerkennen.
Tatsächlich lotet Woody Black 4 die Klangmöglichkeiten der Bassklarinette auf Weisen aus, die erstaunenswert sind. Dass sich der warme Klarinettenklang bestens im modernen Jazz wohlfühlt, ist Kennern des Genres bekannt, die Avantgarde schätzt die spröden Splitterklänge der Klarinette, und der Spielwitz von Woody Black 4 kitzelt noch aus Pop-Songs eine Zeitgenossenschaft heraus, die immer wieder aufhorchen lässt. Denn das Quartett bringt im Dienste des schwarzen Holzes das Beste aus allen musikalischen Welten zusammen und schafft eine eigene, greifbare, nahezu filmmusikhafte Klangwelt. Woody Woodpecker würde es freuen!
Mit ihrem zweiten Album im Gepäck beweist das Wiener Ensemble, dass zumindest ein Jazz- Bassklarinettenquartett nicht an jeder Ecke zu finden ist, aber doch einen Platz in dieser Welt hat.

Oscar Antoli - Klarinette, Bassklarinette
Daniel Moser - Klarinette, Bassklarinette
Stephan Dickbauer - Klarinette
Leonhard Skorupa - Klarinette, Bassklarinette
 

Mittwoch, 16. September 2015

Klezmer Reloaded (Ö, Polen, Ukraine)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Musik, die unter dem Oberbegriff „Klezmer“ steht, kann zum Lachen traurig und zum Weinen lustig sein. Wie eine gute Ehe halt, die bekanntlich im verflixten siebten Jahr besonders stürmisch sein soll. Und wer kann das besser bezeugen als das längst in Wien heimisch gewordene dynamische Duo Klezmer Reloaded.
Was Maciej Golebiowski mit seinen Holzblasinstrumenten und Alexander Shevchenko mit seinem Akkordeon seit eben genau sieben Jahren zu Gehör bringen, ist so einmalig wie eine seelisch-musikalische Wahlverwandtschaft nur sein kann.

Klezmer mit osteuropäischem Hintergrund ist die Grundlage ihres Spiels, doch genau diese Grundlage ermöglicht ihnen, traumwandlerisch aufeinander eingespielt, kleine Fremdgehereien mit argentinischem Tango, französischer
Musette oder orientalischen Klängen. Das soll Beziehungen frisch und humorvoll halten, und so lässt das langjährig erprobte Duo, das sich einst beim KlezMore Festival kennen gelernt hat, erahnen, dass mit spielerischem Witz und musikalischer Abenteuerlust, mit Traditionsbewusstsein und improvisatorischem Freigeist musikalische Welten, also mindestens zwei Musiker und ihr Publikum, in Begeisterung zu vereinen sind. Seriös, kurios, virtuos: Gerade im verflixten siebten Jahr ist das mehr als eine Feierstunde wert.

Maciej Golebiowski - Holzblasinstrumente, Gesang
Alexander Shevchenko - Akkordeon
 

Freitag, 18. September 2015

Folksmilch (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Folksmilch gibt es seit dem Jahr 2000, gegründet in Graz anlässlich einer Werbeveranstaltung zum Bau des Semmering-Basistunnels. (Den Tunnel gibt es noch immer nicht). Der
zweite Auftritt fand in einer Molkerei statt, drum der Name „Folksmilch“ ­– klingt besser als „Volkstunnel“, oder?
Und so ging es weiter: Von der Kleinkunstbühne zur klassischen Bühne, vom Jazzclub zum Straßenfest und zweimal
in der restlos ausverkauften Sargfabrik (ist schon wieder a Zeitl her).
Jetzt endlich wieder auf unserer Bühne. Was ist zu erwarten? Eh wie immer: Ein mehrgängiger exquisiter Ohren-/Augen-/und Herzensschmaus. Mit Charme und Humor umgarnen Bakanic, Bittmann und Luis ihr Publikum und laden es ein, sich immer wieder neu überraschen zu lassen. So klingt bei Folksmilch der Michael Jackson Klassiker „Billie Jean“ wie ein Tango von Astor Piazzolla, Mozarts Klavierstück „Alla Turka“ wie Balkan-Swing und der EAV-Austropopsong „Fatamorgana” wie eine skurrile Operette. Dazwischen wird wieder gepascht oder gerappt, Eigenkompositionen im Jazz und Folk Bereich gibt es auch, Schlager im Hip Hop Stil, sentimentale Lieder und lustige Lieder, verrückte Performance und vieles mehr. Ja, und virtuos sind die drei noch obendrein. Das macht Spaß!

Christian Bakanic - Akkordeon, Perkussion
Klemens Bittmann - Violine, Mandola
Eddie Luis - Kontrabass, Gesang
 

Dienstag, 22. September 2015

Phishbacher (USA, D, Serbien)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Phishbacher verführen, reißen mit. Die Gleichzeitigkeit von lyrischem Spiel, muskulösem Dauerfeuer und lässigem Groove ist vielleicht das eigentlich Phänomenale dieses Trios. Sie spielen melodiöse, spannungsgeladene Musik, geerdet in der tiefen Tradition des amerikanischen Jazz, aber nicht davon eingeengt.
Drei Musiker - drei Länder (US, DE, SRB), und ebenso viele musikalische Hintergründe, eine großartige Basis also, um Eigenkompositionen und Chart Stürmer gleichermaßen mit ihrem ganz speziellen Trio Sound einzufärben. U2, Coldplay, The Beatles und Genesis werden hier auf feinste Weise verphishbachert.
Walter Fischbacher, Goran Vujic und Ulf Stricker sind absolute Könner, wenn es darum geht, ein Stück Musik in die Stratosphäre zu schießen und gleichzeitig ihre rhythmischen
Wurzeln tief in die Erde zu schlagen. Kein Lied entgleist. Jedes einzelne Stück brilliert mit einer Spielfreude und gerade genug Kontrolle, um die Band am Abgrund entlang gleiten zu sehen. Mit welcher unglaublichen Leichtigkeit und Ruhe und dabei stets am oberen Ende des technisch Möglichen agierend beispielsweise George Harrisons „While my guitar gently weeps” in einem 17/16 (!!) Takt präsentiert wird, wirkt fast schon aufreizend: Wie ein Baum, der im Sturm kein Blatt bewegt. Grandios!

Walter Fischbacher - Klavier, Keyboard
Goran Vujic - Bass
Ulf Stricker - Schlagzeug
 

Dienstag, 22. September 2015

Randi Tytingvåg Trio (Norwegen)

Jazz, World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Norwegen hat es gut, wenn nicht sogar besser. Die Förderung der Musikkultur kann als vorbildlich gelten, und so verwundert es nicht, dass wieder einmal ein norwegisches Frauenstimmwunder zu bestaunen ist: Randi Tytingvåg!
Mit ihrem Album „Three“ hat sie sich in kürzester Zeit so viel Begeisterung ersungen, dass die Fachpresse bei ihren Auftritten in Deutschland mit dem Jubel kaum nachkam.

Von „Wohlfühlmusik im besten Sinne“, von Charme, Intensivität und Poesie ist die Rede, und dieses Lob erhält die Norwegerin aus dem Singer-/Songwritergenre, weil sie das Kunststück fertig bringt, stiloffen ihre an Norwegens Folklore geschulte Stimme mit amerikanischer Roots-Musik zwischen Folk, Country und Jazz in Einklang zu bringen. Zu ihrer Kunst der leisen Töne, die die Kritiker von einer „Mischung aus Leichtigkeit, Erdung und Melancholie“ schwärmen lässt, tragen wesentlich ihre zwei Mitmusiker bei: Dag S. Vagle, ein herausragender Sänger und Gitarrist, und der mehrfach begabte Erlend Aasland sind Musiker, die sich sowohl im Jazz als auch in der Country-Music auskennen. „Dieser Erfahrungsschatz ist wichtig, um etwas wagen zu können“, sagt, recht wagemutig, Randi Tytingvåg, und meint damit wohl nicht nur die Kenntnisse ihrer einfühlsamen Begleiter: Heraus zum Wagnis, Erfahrungsschätze zu verteilen. Es kann nur noch besser werden.

Randi Tytingvåg - Gesang
Dag S. Vagle - Gitarre, Gesang
Erlend Aasland - Banjo, Gitarre, Cavaquinho, Klavier
 

Donnerstag, 24. September 2015

Trio Tannur – Rosmanith/Gulda/Abado (Ö, Libanon)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Auf die Idee, den Klang eines arabischen Saiteninstruments wie der Oud mit dem eines westeuropäischen Cembalos zu kombinieren und dazu ihnen noch mit allerlei Perkussionsinstrumenten einen bunten Teppich als rhythmisch und zugleich melodisch bewegte, intensive Grundlage zu weben, muss man erst einmal kommen.
Der libanesische Sänger und Oud-Spieler Marwan Abado machte es möglich. In seiner Band spielten zu unterschiedlichen Zeiten sowohl Peter Rosmanith als auch Paul Gulda. Als sie sich begegneten und entschlossen, gemeinsam das Trio Tannur zu bilden, war der Name bereits Programm: „Tannur“ bezeichnet den traditionellen arabischen Steinofen, und ein Ofen ist halt ein besonderer Ort der Begegnung: der Teig mit seinen vielen Zutaten wird zum Brot, das Rohe zum Gekochten, und am Ende schmeckt es allen Beteiligten. So soll es auch mit der Musik von Tannur sein.
Das Trio hat mancherlei Zutaten im Topf: Bachblüten mit Cembalo-Aufguss, Datteln aus Beirut mit Oud-Sehnsucht und munter durch alle Gewürzmühlen der Welt schmackhaft geklapperte Gewürze. Drei Köche, ein Brei, bei Tannur passiert, was einige für Alchemie und Zauberei, andere für die hohe Kunst des zivilisierten Kochens mit Musik halten. Klingt gut, dieses Miteinander, und wer es je gehört hat, wird sich fragen, warum früher noch niemand auf die Idee dieser Kombination gekommen ist.

Marwan Abado - Oud, Gesang
Paul Gulda - Cembalo
Peter Rosmanith - Perkussion
 

Freitag, 25. September 2015

Ronja* & Living Transit (Österreich)

Pop

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Im Zeitalter der gegenderten Überraschungseier stellt sich die Frage nach den weiblichen role models erneut: Was darf es sein, Modell „Barbie“, die Modepuppe, oder doch das Modell „Hausmütterlein“, das, zufrieden mit Küche und Kindern, dem Mann untertan ist?
Mit dem Anderssein begann sie schon früh. Als Jugendliche geriet sie in die Nähe von Hip Hop und, wundersamerweise, in die Nähe von Rock- und Popmusik der sechziger Jahre. Die Animals, Janis Joplin, Jimi Hendrix - mit Stimme, Tanz und Flöte nahm sie das Wilde in sich auf und gibt es seitdem als Choreografin und Sängerin unter dem Bühnennamen Ronja* weiter. Die studierte Tänzerin und Sängerin ist mittlerweile Frontfrau der hochkarätig besetzten Band Living Transit und der Tanzformation Colibri, Mitglied von Global Groove LAB, einem internationalen Weltmusikprojekt, und Gründerin des Verein artForm, sowie des Label artForm Music.
Mit anderen Worten: sie räubert, wo es etwas zu räubern gibt, heute vornehmlich im expressiven Performance-Pop-Bereich. Barbie darf nach Hause zu Mama gehen. Andere kommen in die Sargfabrik.

Ronja* - Gesang, Performance
Pavel Shalman - Violine
Gudula Urban - Cello
Stephan Thaler - Bass
Bernhard Krisper - Klavier
Thomas Käfel - Schlagzeug
 

Dienstag, 29. September 2015

Scheiny's All Star Yiddish Revue (USA, Ö)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Warum es eine Amerikanerin jüdischen Glaubens ausgerechnet nach Wien zieht? Möglicherweise ärgert sie sich über den grassierenden Anti-Semitismus und will mit ihren künstlerischen Mitteln Stellung beziehen?
Wahrscheinlicher aber ist Deborah „Scheiny“ Gzesh einfach „nur“ eine übermäßig begabte Sängerin und Schauspielerin, der es in Amerika zu eng wurde.
In Chicago geboren, hat sie Gesang, Tanz, Theater und diverse Improvisationskünste studiert, gelehrt und sich ein Repertoire erarbeitet, das mit jiddischem Liedgut bestens nach Wien passt. Komödiantischer Unernst, jiddischer Swing mit schauspielerischem Gestus, all das bietet sie, unterstützt von einer heimischen Musikergarde, die es in sich hat: Saxofonistin Martina Cizek hat bei der Klezmer Gruppe „Gojim“ gespielt, Akkordeonistin Maria Düchler hat die Tasten in Tini Tramplers Combo gedrückt und Paul Skrepek und W.V. Wizlsperger haben beim Kollegium Kalksburg studiert. Das Team stimmt, und der Rest ist einfach Deborah „Scheiny“ Gzesh, eine Erscheinung auf der Bühne, die an einem Abend die Geschichte der aus Europa nahezu vernichteten jiddischen Kultur mit hintergründigem Humor, zarter, aber doch kraftvoller Diktion Revue passieren lässt.

Deborah „Scheiny“ Gzesh - Gesang
Martina Cizek - Saxophon
Maria Düchler - Akkordeon
W.V. Wizlsperger - Bass
Paul Skrepek - Schlagzeug
 

Mittwoch, 30. September 2015

Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba (Mali)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: 29 / erm. € 17  
 
Selbst wer nicht weiß, dass eine Ngoni eine westafrikanische Laute ist, wird sich ihrer Faszination nicht entziehen können. Besonders, wenn sie von einem Meister wie Bassekou Kouyaté gezupft wird.
Der britische Independent urteilte treffend: „The best rock’n’roll band in the world“. Dass sein Spiel für den legendären Ali Farka Touré und den amerikanischen Weltmusikblueser Taj Mahal überzeugend genug war, um ihn auf ihren Alben mitspielen zu lassen, ist deshalb ein ebenso treffendes Argument für sein Können wie die Wahl seines Albums „Seku Blue“ zum „best world music album of the year 2008“. 2013 stand sein Album „Jama Ko“ ebenfalls an der Spitze der World Music Charts Europe.
Wenn er nach Auftritten beim North Sea Jazz Festival, beim Roskilde Festival, bei der Womad und vielen wichtigen Afrika-Festivals mit seinem aktuellen Album im Gepäck in Wien auftritt, kommt er als einer der wichtigstsen westafrikanischen Musiker in die Sargfabrik.

Bassekou Kouyate - Ngoni
Aminata Sacko - Stimme
Mamadou Kouyate - Bass-Ngoni
Moustafa Kouyate - Ngoniba
Mahamadou Tounkara - Yabara, Tama
Abou Sissoko - Medium-Ngoni
Moctar Kouyate - Calebasse

Begrenzte Sitzplätze
 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

WoodAirQuartet (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Heraus zum Zeitensprung! Den verspricht das WoodAirQuartet, wenn es „La Folia“, eine als recht wüst verschriene Musik- und Tanzform der Renaissance und Barockzeit in das 21. Jahrhundert hebt.
Ausgelassene Tänze und Lieder spanischer und portugiesischer Herkunft trugen einst diese Bezeichnung, und wenn das Quartett der vier klassisch ausgebildeten Musiker mit ihrem Programm „La Folia – Lärmende Lustbarkeit“ auf der Bühne steht, dann reproduziert es nicht nur die Musik aus fernen Zeiten, sondern schlägt mit Improvisationen und Eigenkompositionen überaus sinnlich erfahrbare Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Für die Qualität ihres Zeitensprungs sprechen die Biografien der Ensemblemitglieder: Cellistin Anna Lang spielt in Klassik-Formationen ebenso wie im Chamberjazzquartett PianoForteBrass, Posaunist und Akkordeonist Alois Eberl kommt aus der Volksmusik, ist klassisch ausgebildet und in der Jazz- und Improvisiererszene gut eingespielt. Gleiches gilt für den Kontrabassisten Walter Singer, und Robert Kainar ist als sensibler Perkussionist bekannt, der selbst den Einsatz elektronischer Mittel nicht scheut.
Sollte der Zeitensprung, die lärmende Lustbarkeit, in Wirklichkeit ein Seitensprung der Klassik mit dem Jazz und der Volksmusik sein?

Anna Lang - Violoncello
Alois Eberl - Fisarmonika, Posaune
Robert Kainar - Perkussion
Walter Singer - Kontrabass
 

Freitag, 2. Oktober 2015

Susana Sawoff (Österreich)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Wer seinen CDs Titel wie „Bathtub Rituals” oder „Wrapped Up In A Little Sigh” gibt, meint es wahrscheinlich mehr als bloß eine Duftlotion intimer als jemand, der von „Metal Machine Head“, von „Skull Fuck“ oder dem „Nuclear Weapon Under My Belt“ singt.
Richtig, die Lyrik der Susana Sawoff ist die der weiblich-behutsamen Art. Einfühlsamkeit wird großgeschrieben, gerade auch, wenn sie diese Lyrik am Klavier mit dem Schlagzeuger Jörg Haberl und dem Kontrabassisten Christian Wendt auf der Bühne zelebriert. Wenn ihre sanft jazzigen, von leichtfüßigen Melodien durchzogenen Lieder das zwischenmenschliche Miteinander besingen, dann wird die Probe auf ihre Musik im Konzert vollzogen. Insofern spricht es für Susana Sawoffs Kunst, dass sie und ihre beiden Mitmusiker eine durch zahlreiche Konzerte in ganz Europa zusammengefundene, gut erprobte, organisch miteinander spielende Einheit bilden.
Mit ihren Schwestern mag sie als „Sawoff Shotgun“ ihre wilde Seite zeigen, bei den „Bathtub Rituals“ ist sie die Susana, die an ihrer Musik feilt wie andere an ihren Tagebucheinträgen. Als „kindlich verzücktes, feminin sinnliches, ewiges Seufzen“ beschreibt sie ihre als „Badewannen-Rituale“ charakterisierte Musik. Die Badewanne also als neues, warmumplätschertes Exerzierfeld der Emotionen? Gerne. Träumt davon nicht selbst die Gummi-Ente?

Susana Sawoff - Gesang, Klavier
Christian Wendt - Kontrabass
Jörg Haberl - Schlagzeug
 

Dienstag, 6. Oktober 2015

Marcelo Dellamea Trio (Argentinien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 19 / erm. € 11  
 
Beim Stichwort „Lateinamerikanische Musik” mag man vielleicht zuerst an Brasilien, an Samba und Bossa Nova denken. Aber auch Argentinien ist erstaunenswert gut aufgestellt. Tango und Astor Piazolla, Akkordeon spielende Gauchos und natürlich der schwermütigste aller Gitarristen, Atahualpa Yupanqui.
Mit Marcelo Dellamea ist ihm ein Enkel nachgewachsen, dem dank seiner Jugend die Melancholie zwar noch fremd ist, der aber trotzdem Töne ins Spiel bringt, die genug landestypisches Temperament enthalten, um aufhorchen zu lassen. 22 Jahre ist er jung, und er spielt mit einer raumergreifenden Luftigkeit, die Platz lässt für seine beiden Mitspieler, den ebenfalls Gitarre spielenden Bruder Hugo Dellamea und den Perkussionisten Ariel Sanchez. Zugleich ist die in jedem Anschlag zu hörende Offenheit eine gegenüber den Musiken der Welt: Das Trio interpretiert Klassiker der lateinamerikanischen Musik ebenso wie die des Pop und Jazz.
Mit den beiden Alben „Calle 11” und „Dos Mas Uno“ als Visitenkarten, gelang ihnen der Schritt auf die internationalen Konzertbühnen: Im Vorprogramm von Chucho Valdes, Scott Henderson, Jeff Berlin and Dennis Chambers bewährte sich das Trio vor einem qualitätsbewussten Publikum. Atahualpa Yupanqui ist unvergessen, doch den Namen von Marcello Dellamea gilt es sich zudem zu merken. Argentinische Weltklasse, wenn schon nicht im Fußball, dann hier!

Marcelo Dellamea - Gitarre
Hugo Dellamea - Gitarre
Ariel Sanchez - Perkussion
 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Shujaat Khan (Indien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 25 / erm. € 15  
 
Wer den Sufi-Mystiker und Dichter Rumi (1207 – 1273) bewundert, muss ein guter Mensch sein. Goethe hats gemacht, Shujaat Khan auch. Er singt zudem Sufi-Lieder von Dichtern wie Amir Chosrau (1253 –1325) oder Bulleh Shah (1680 – 1757).
Ebenso wichtig: Shujaat Khan gilt als einer der größten Sitarspieler der Gegenwart. Er entstammt einer indischen Musikerdynastie, sein Vater ist der legendäre Sitarspieler Ustad Vilayat Khan, seine Schwestern sind berühmte Sufi-Sängerinnen. Als Sitarspieler spielt er im Gayaki-ang-Stil, dessen Ziel die Imitation der menschlichen Stimme ist. Dass er zur Sitar zusätzlich singt, setzt äußerste Kunstfertigkeit voraus: „Das ist wie zwei Sprachen gleichzeitig sprechen“, meint er. Doch die Konzentrationsleistung bliebe ein bloßes Kunststück, wenn ihr nicht jene meditative, in mystische Selbsterfahrung gründende innere Schau zu Grunde liegen würde, die so charakteristisch für den Weg der Sufis ist.
Shujaat Khans Weg ins Innere hat ihn sinnigerweise weltberühmt gemacht: Grammy-Nominierungen, Auszeichnungen und Auftritte in der ganzen Welt, von der Carnegie-Hall in New York bis hin zur Uno in Genf, Shujaat Khan hat seine Botschaft der mystischen Liebe in die Welt getragen. Seine sensationelle Verpflichtung für die Sargfabrik bietet denn auch mehr als ein Konzert. Sie ist ein Angebot. Schließlich trägt Shujaat Khan Rumi im Herzen.

Shujaat Khan - Sitar, Gesang
Nihar Mehta - Tabla

In Kooperation mit Österreichisch-Indisches Institut
 

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Siobhan Miller Band (Schottland) / Coig (Kanada/Kap Breton)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 25 / erm. € 15  
 
Schotten mögen als geizig verschrien sein, aber mit Talenten sind sie freigiebig. Bestes Beispiel: Siobhan Miller.
Mit traditionellem Liedgut und selbstgeschriebenem Material ersang sie sich 2008 den BBC „Young Folk Award“, 2011 und 2013 den Titel „Scots Singer Of The Year“. Mittlerweile hat sie mit zahlreichen Größen der schottischen Folkszene gesungen und ist auf mehreren Alben zu hören, auf denen den versprengten Spuren der schottischen Musik nachgegangen wird.
Eben dieser Spurensuche gilt dieses Doppelkonzert, auf dem neben Siobhan Miller die Formation Coig zu hören ist.
Gegründet eigentlich nur, um dem Wunsch eines Veranstalters zu genügen, einmal die besten Solo-Künstler des Landes in einer Band präsentieren zu können, fanden die glorreichen Fünf zu einer Supergroup zusammen – und blieben zusammen. Von Piano und Gitarre begleitet, zelebriert Coig die hohe Kunst eines Geigen-Stils, der seine Wurzeln in Schottland hat. Schottische Auswanderer nahmen ihn mit ins Neue Schottland, nach Nova Scotia, also nach Kanada. Von Kap Breton, einer zu Nova Scotia gehörigen Insel im Nordatlantik, kommt Coig, und wenn das mehrfach mit Preisen prämierte Ensemble auf die ebenfalls mehrfache Preisträgerin Siobhan Miller trifft, dann findet dieses hochkarätige Treffen ganz im Zeichen einer Besinnung auf die gemeinsamen keltischen Wurzeln statt. Und die sind offenbar sehr reich!

Siobhan Miller - Gesang
& Band

COIG
Chrissy Crowley - Fiddle, Viola
Rachel Davis - Fiddle, Viola, Gesang
Darren McMullen - Gitarre, Mandoline, Mandola, Banjo, Bouzouki, Flöten, Gesang
Jason Roach - Klavier

Doppelkonzert

Wien-Debüt
 

Dienstag, 13. Oktober 2015

Rosmanith/Steinhauer/Graf (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 25 / erm. € 15  
 
Pubertierende Jugendliche scheuen heute den ersten Biss vor Mitternacht; Vampire sind dank Romanen und Filmen zu jugendlichen Unschuldsbewahrern mutiert und werden nicht länger mehr von lüsternen Altherren in Versuchung geführt.
Solch’ ein Umdeutungsspiel mit der literarischen Vorlage von Bram Stoker ist nicht neu und war schon einmal lustiger. H.C. Artmann hat 1966 mit einer arg überzeichneten Version der Geschichte vom blutsaugenden Grafen das Klischee mit dem Klischee auszutreiben versucht, und das war gut so und grotesk.
Rosmanith, der für den Wiener Mandelbaum Verlag wunderbar schöne Hörbucher produziert und Literatur zu Ton werden lässt, hat sich zusammen mit dem Sprachartisten Erwin Steinhauer und dem Bläser Georg Graf des Textes von H. C. Artmann angenommen, und herausgekommen ist ein Spaß, der mit dem Grauen sein Spiel treibt: „Dracula, Dracula“ ruft es, Steinhauer schlüpft in verschiedene Rollen, die Musiker beschwören schaurige Nachtfahrten durch Transylvanien und andere mythologische Landschaften. Und über allem schwebt Artmanns „flebebermaus“. Bram Stokers Roman zu lesen ist Pflicht, mit Bela Lugosi als Dracula-Darsteller beginnen die Bilder Laufen zu lernen, aber Artmanns Text und der Aufführung von Rosmanith, Steinhauer und Graf ist – die hohe Kür des Vampirismus.

Erwin Steinhauer - Stimme
Georg Graf - Blasinstrumente
Peter Rosmanith - Perkussion
 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Christoph Pepe Auer (Österreich)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 13  
 
Können österreichische Musiker sich einen Platz in der Sonne der internationalen Musik-Szene erspielen? Wer zweifelt, kennt die Antwort nicht. Sie lautet: Christoph Pepe Auer!
Der Saxofonist, Klarinettist und Gründer des Labels Session Work Records ist der beste Beweis für die These, dass mit Beharrlichkeit und, natürlich, Talent mehr zu erreichen ist als mit dem Aufspringen auf kurzfristige Trends und Moden. Der Mann mit dem sonoren Bassklarinettenklang gilt als einer der interessantesten Musiker der österreichischen Jazz-Szene 30+, und er hat sich seinen Ruf als Spieler mit „Charakter“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) in Jahren intensiver Konzerttätigkeit im In- und Ausland erspielt..
Nach siebenjähriger Tonträgerpause meldet er sich mit „Songs I Like“ zurück, und gibt allen Recht, die den zweimaligen Hans-Koller-Preisträger zu den Hoffnungsträgern der einheimischen Szene zählen. Das Mitglied der Jazz Big Band Graz zeigt sich auf diesem Album mit seiner ganzen experimentellen Verspieltheit. Dabei kann er auf Mitstreiter wie den Drehleiervirtuosen Matthias Loibner und den Elektronik-Tüftler Gregor Hilbe zählen. Sie werden ihn auch beim Konzert unterstützen, wenn Auer, aller Langweile entgegen, sein Credo wahr werden lässt: „Ich bin vielseitig und versuche viele Dinge zusammen zu führen und dadurch Neues zu schaffen.“

Christoph Pepe Auer - Klarinetten, Saxophon, Electronics
Christian Bakanic - Akkordeon, Klavier
Matthias Loibner - Drehleier
Gregor Hilbe - Schlagzeug, Electronics
Clemens Sainitzer - Violoncello
 

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Lucilla Galeazzi (Italien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 29 / erm. € 17  
 
Was den doch eher gemütlicheren Wienern ihr Walzer, ist den leicht temperamentvolleren Italienern ihre Tarantella. Ein rauschhafter Volkstanz! Königin des Tarantella-Gesangs ist Lucilla Galeazzi, doch auf diese Regentschaft lässt sie sich nicht reduzieren.
Schon früh stellte sie ihren Gesang in den Dienst der Erforschung des italienischen Volksliedes und wusste: Volksmusik kennt keine Grenzen, jedenfalls nicht bei Lucilla Galeazzi.
Als Festivaldirektorin und Sängerin stand sie in Paris, in den Operhäusern von Berlin, Hamburg und Neapel auf den Bühnen, sang mit den Stars der internationalen Folkloreszene zusammen, mit Elena Ledda aus iItalien, mit Maria Del Mar Bonet aus Mallorca, der portugiesischen Fado-Sängerin Tereza Salgueiro, der Argentinierin Mercedes Sosa oder dem Rai-Sänger aus Algerien, Cheb Kaled. Ihre Meisterschaft hat sie mit italienischen und französischen Jazz-Musikern wie Gian Luigi Trovesi, Pino Minafra oder Michel Godard und Vincent Courtois zusammen arbeiten lassen, sie hat gar mit Barockmusik und Volksmusik experimentiert. Dass sich ihre Ausdruckskraft besonders im ruhigen Ambiente eines Soloauftritts bewährt, hat sie mit einmonatigen Engagements in Paris erwiesen.
In der Sargfabrik wird die Grande Dame mit dem Gitarristen Roberto Stimuli auftreten und ihre königliche Meisterschaft demonstrieren.

Lucilla Galeazzi - Gesang, Gitarre
Roberto Stimuli - Gitarre
 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Ialma (Spanien/Galizien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 28 / erm. € 17  
 
Fünf Frauen, die sich zusammentun, können miteinander Kuchen backen oder Autos reparieren. Oder singen. Letzteres haben Magali Menendez, Marisol Palomo, Natalia Codesal, (Nuria Aldao) und Verónica Codesal in Galizien getan.
Seitdem sie öffentlich auftreten, dürfen sie sich mit Fug und Recht „cantareiras“ nennen, und mittlerweile können sie sogar ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum feiern.
Auf ihrem aktuellen Album „Simbiose“ zeigen die galizischen „cantareiras“, was sie unter Symbiose verstehen: Sie verbinden die traditionelle Musik ihrer Heimat mit Klängen aus aller Welt, seien sie der Folklore des mediterranen Raumes oder der Pop-Musik entlehnt. Und wenn sie vor Rap-Anleihen ebenso wenig zurückscheuen wie vor mittelalterlichen Klängen, sie also keinerlei Berührungsängste vor fremdem Liedgut haben, so gibt doch allemal die Liebe zur Musik ihrer galizischen Heimat den Rahmen ihres erfindungsreichen Gesangs vor.
Begleitet von einem exzellenten Musikerensemble, das mit ihnen seit Jahren perfekt harmoniert, ist Ialma ein Unikat und innovativ in der Welt des mehrstimmigen Frauengesangs. Sie mögen mittlerweile im belgischen Brüssel leben, aber ihre Musik ist immer noch – oder mehr denn je? – die von einzigartigen galizischen Frauen.

Veronica Codesal - Gesang, Perkussion, Gaïta
Natalia Codesal - Gesang, Perkussion
Magali Menendez - Gesang, Perkussion
Marisol Palomo - Gesang, Perkussion
Didier Laloy - Diatonisches Akkordeon
Pascal Chardome - Klavier, Gitarre
 

Dienstag, 20. Oktober 2015

Cristina Branco (Portugal)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 33 / erm. € 20  
 
Cristina Branco hat den Fado nicht erfunden, aber sie interpretiert ihn so, wie wir ihn noch nie gehört haben: „Von Natur aus bin ich ein sehr glücklicher Mensch. Aber mein Gesang, die Kunst des Fado, hat viel mit Verstehen und Einfühlung, mit Sensibilität zu tun. Wenn ich auftrete und singe, dann ist es meine Kunst und meine Aufgabe, mein Publikum an den Gefühlen des Liedes teilhaben zu lassen!“
Als Interpretin des Fados, jener melancholischen, in den urbanen Zentren Portugals des 19. Jahrhundert entstandenen Sehnsuchtsmusik, mag sie begonnen haben. Mittlerweile aber kann sie ihr Publikum auch mit Tangos und Singer-Songwriter-Kompositionen in den Bann ziehen. Trotzdem bleibt natürlich der Fado die emotionale Grundlage ihrer Musik, Und das ist gut so, denn ihm ist, wie dem zeitgleich entstandenen, ihm vielfach verwandten Blues, eine zeitlose Faszination zu eigen, dank der sich Cristina Branco den Ruf einer der weltbesten Fadistas ersungen hat.
Im Jahr 2014 feierte sie mit einer 3-CD-Box die Höhepunkte ihrer Karriere, und das kleine Ensemble, mit dem sie jetzt tourt, verspricht, neben einer intimen Konzertstimmung, eben auch die Konzentration auf ihre spezielle Kunst, Geschichten zum Mitfühlen zu singen.

Cristina Branco - Gesang
Ricardo Dias - Klavier
Bernardo Couto - Portugiesische Gitarre
Bernardo Moreira - Kontrabass
 

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Vucciria (Sizilien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Wer nicht weiß, was der seltsame Bandname „Vucciria“ bedeutet, braucht nicht mehr bis nach Sizilien fahren, um dort in Palermo nach dem täglichen Altstadtmarkt zu fragen. Vucciria findet zumindest an diesem einen Abend in Wien statt.
Verantwortlich dafür zeichnen vier in Graz ansässige Musiker mit internationalen, aber vor allem sizilianischen Wurzeln. Gitarrist, Sänger und Maultrommelvirtuose Giuseppe Perra ist ebenso wie Multiinstrumentalist Toti Denaro für das sizilianische Element zuständig. Nicoló Loro Ravenni aus Padua verstärkt die italienische Grundierung des Ensembles, dem sich der Akkordeonist Emanuele Mazé aus Paris zugesellt hat.
Seit 2006 haben sie auf drei Alben das spezielle Vucciria-Gefühl hochleben lassen. Das heißt nichts anderes, als dass sie mit musikalischen Mitteln, Charme und Humor versuchen, das Lebensgefühl eines sizilianischen Marktes wiederzugeben. Mediterranes Lebensgefühl zwischen Jubel und Trubel, Olivenöl, Oregano und Tomaten, mit stellenweise orientalischen Rhythmen, traditionellen Volksliedern, fremden Sprachen, Dialekten und beschwingten Eigenkompositionen, man hört die Nachbarn reden und die Kinder schreien und pflegt die Geselligkeit: Vucciria kann ganz nah sein.

Giuseppe Perra - Gitarre, Gesang, Maultrommel
Toti Denaro - Schlagzeug, Gesang, Gitarre, Mandoline, Bass
Nicoló Loro Ravenni - Saxophon, Flöte, Klarinette, Perkussion
Emanuele Mazé - Akkordeon
 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Natacha Atlas (Ägypten, GB)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 35 / erm. € 21  
 
„I Put A Spell on You“: der Magie des 1956er R&B-Klassikers von Screamin’Jay Hawkins konnte niemand widerstehen, nicht Nina Simone und auch Natacha Atlas nicht. Wer hört, wie sie zu technoid-flirrenden Electro-Beats und orientalisch anmutenden Vokalismen aus dem R&B-Beschwörungsheuler ein veritables Stück Weltmusik macht, versteht die Faszination der multikulturellen musikalischen Begegnungen und die, die von Natacha Atlas ausgeht.
Die in Belgien geborene Sängerin mit Wohnsitzen in aller Welt, kann auf eine weltumspannende Freundesliste zurück greifen, wenn sie zum Mikrofon greifen will: Sinéad O´Connor, Jean Michel Jarre, Nitin Sawhney, Nigel Kennedy, Peter Maffay, Yasmin Levy oder Jah Wobble – sie alle waren schon mit ihr dabei. Bunter und musikalisch vielfältiger geht es kaum. Seit den Zeiten als Sängerin bei der britischen Vielvölkertruppe Transglobal Underground mit ihrem Techno-Ethno-Fusion-Sound, der sie auf den Tanzböden der Welt beliebt machte und Musikpuristen diskutieren ließ, mögen einige Jahre vergangen sein. Aber ihre Kunst der arabesken Stimmführung hat sich seit ihren ersten Soloalben in den neunziger Jahren eher vertieft als verflacht.
Diesem Gesang ist alles zu zu trauen. Auch, dass er uns verzaubert.

Natacha Atlas - Gesang
Alcyona Mick - Klavier
Pedro Segundo - Perkussion
Vasilis Sarikis - Perkussion
Ivan Hussey - Cello
Andy Hamill - Bass
Samy Bishai - Violine

In Koproduktion mit Salam Orient
 

Freitag, 23. Oktober 2015

Nikolaj Efendi & Red Wine Conspiracy (Ö)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Als um die Jahrtausendwende unter dem Schlagwort „Balkan Brass“ die Musik des Balkans auch im Westen anerkannt und ziemlich hip wurde, da standen vor allem die Speed-Pustefixe aus Rumänien und Bulgarien im Fokus der Öffentlichkeit.
Ihre Orkestra bestanden hauptsächlich aus älteren Herren in oft noch älteren Anzügen. Das Vorbild erwies sich spätestens dann als fruchtbar, als junge Männer und Frauen das Erfolgsmodell verinnerlichten, die Vielfalt der Musiken des Balkans entdeckten und pan-balkanisch-global dachten und musizierten. Ein anarchisch gesonnenes Balkan-Punk-Ensemble wie Roy de Roy kam da gerade zur richtigen Zeit, und dass dessen Sänger Nikolaj Efendi nun als Sänger in eigener Sache und mit eigener Truppe ins Feld zieht, kann nur als Willen zur Sonne und zur Freiheit gehört werden
Es heißt, der Kärntner Slowene und Wahl-Wiener wechsele zwischen slowenischer und englischer Sprache, seine Kompositionen würden zwischen Lebensfreude und Todessehnsucht wanken, sie würden Wahn wie Sinn trotzen und mit authentischer Ehrlichkeit sowie bittersüßer Melancholie überzeugen. Richtig oder falsch? Den Wahrheitsbeweis treten er und seine Red Wine Conspiracy mit ihrem Konglomerat einer Musik aus Balkan-Klängen, Jazz, Klezmer, Punk, Swing und Chanson bei ihrem Konzert an.
Ist das hip oder ist das hip?

Nikolaj Efendi - Gesang, Gitarre
Wendi Gessner - Klavier, Gesang
Thomas Liesinger - Trompete, Horn
Marjan Metschina - Kontrabass
Lan Sticker - Schlagzeug
Matej Wakounig - Banjo, Akkordeon
Esther Wratschko - Fagott
 

Dienstag, 27. Oktober 2015

Khaira Arby (Mali)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 28 / erm. € 17  
 
Seit fast zwei Jahrzehnten ist das Subgenre „Desert Blues“ für eine Spielart der westafrikanischen Musik gebräuchlich. Nicht ganz unschuldig für den Erfolg dieses Subgenres war der legendäre, verstorbene, malische Gitarrist und Sänger Ali Farka Touré.
Er berief sich auf den afroamerikanischen Bluesmusiker John Lee Hooker und nahm mit dem amerikanischen Gitarristen Ry Cooder ein mit Preisen prämiertes Album „Talking Timbuktu“ (1994) auf. Wobei der Albumtitel im Amerikanischen soviel wie „Blödsinn“ reden, in Afrika aber eher „Reden wie die Weisen“ bedeutet. Denn Afrikanern gilt Timbuktu mit seinem Reichtum an gelehrten Schriften als Stadt der Weisen.
Genau aus dieser Stadt wurde Khaira Arby 2012 durch Waffengewalt vertrieben. Trotzdem ist sie die regierende Königin des „Desert Soul“, in dem ihr kehliger, emotionaler Gesang auf elektrifizierten Rock und auf die zugleich hypnotischen und melodiösen Grooves traditioneller Musik aus Mali trifft. Dass sie, „the voice of Mali’s north“, vor dem jihadistischen Irrsinn flüchten musste und mittlerweile weniger in Mali und öfter als Gast auf internationalen Rock und Worldmusic-Festivals, gar in Wien zu hören ist, sollte zum genauen Hinhören verführen. Schließlich geht es um das richtige Verständnis von „Talking Timbuktu“, und um Wüsten, die wieder in blühende Landschaften zu verwandeln sind. Gerade auch mit Gesang, der „Desert Soul“ heißt.

Khaira Arby - Gesang
Dramane Toure - Lead-Gitarre
M'Barka Dembele - Rhythmus-Gitarre
Moulaye Mohamed Traoré - Bass
Mahal Madane Albanassane - Schlagzeug, Calebasse
Baba Sissoko - Ngoni

Österreich-Debüt

In Koproduktion mit Salam Orient

Begrenzte Sitzplätze
 

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Brian Auger’s Oblivion Express feat. Alex Ligertwood (GB)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 29 / erm. € 17  
 
Wenn es um das Thema „Altern-in-Würde” geht, kann man den Namen von Brian Auger ruhig erwähnen. Muss man aber nicht. Denn auch ohne das besagte Thema bleibt der in Kalifornien lebende Brite einer der profiliertesten Jazz- und Rock-Keyboarder.
Bereits 1964 wählten ihn die Leser des englischen „Melody Maker“ zur „größten musikalischen Hoffnung“, und spätestens als er seine Hammond B-3-Orgel zum Gesang von Julie Discrolls 1968er Hit „This Wheel’s On Fire“ aufheulen ließ, kannte man ihn nicht nur in elitären Jazz-Kreisen. Auch wenn nicht all seinen Projekten so viel Erfolg beschieden war, der unermüdlich tourende Organist gilt als ein von Kollegen und dem Publikum höchst geschätzter Musiker.
Einen „Life Achievement Award“ erhielt er im Jahr 2007, und mit der Wiederbelebung seines „Trinity“-Projektes und seines „Oblivion Express“ bleibt er im neuen Jahrtausend eine aktive Größe, die dem Hoffnungsträgerstatus glücklich entwachsen ist. Ebenfalls keine Probleme mit dem Alter dürfte der ihn begleitende Sänger und Gitarrist Alex Litgerwood haben. Seine Reibeisenstimme hat den Schotten zum begehrten Sänger gemacht, er sang für Jeff Beck, lange Jahre für Santana und auch schon einmal für Brian Auger. Nun schließt sich der Kreis als Beweis, dass die Mischung aus Jazz, Blues, Soul und Rock offenbar zeitlos ist und ihre Protagonisten auf ganz eigene Art jung hält.

Brian Auger - Hammond
Alex Ligertwood - Gesang
Karma Auger - Schlagzeug
Travis Carlton - Bass
 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Capitan Tifus (Argentinien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Tanzwut und Lebenslust? Kann es überall geben. In Lateinamerika? Ja. In Argentinien? Ja. Und eben überall dort, wohin es die argentinischen Musik-Piraten unter dem Kommando von Capitan Tifus treibt.
Für ihre Musik haben sie eigens einen besonderen Namen kreiert: „Fanfarria Latina“! Höchstwahrscheinlich würde selbst das Tanzbein von Captain Jack Sparrows Vater zucken, bei diesem so lebenslustig klingenden Piraten-Mix aus Balkan-Klängen, Cumbia, Rock und Ska. Dass sich bei dieser 2006 in Buenos Aires gegründeten Truppe noch keine Ermüdungserscheinungen eingestellt haben, ist eigentlich nur durch ihre wohl äußerst ergiebigen Kaperfahrten durch Argentinien, Russland, China und Japan zu erklären, auf denen sie 2015 sogar noch Zeit und Muße fanden, ihre dritte CD „Fanfarria Latina On Tour“ einzuspielen. Für diese Piraten-Mannschaft sind Touren und Konzerte anscheinend bessere Trainingslager und ihre Musik ein eigener Kraftquell.
Und wenn die Bande um Capitan Tifus nun ihr musikalisches Räubergut in Wien erklingen lässt, dann um zu beweisen, dass sich mit ihm, ob im heißen Argentinien oder im kalten Russland, treibende Rhythmen in puren Lebensübermut verwandeln. Wetten, dass Capitan Tifus auch gemäßigte Klimazonen wie die Österreichs mit vollen Segeln und geschärften Enterhaken erobert?

Jerónimo Cassagne - Gitarre
Vicky Cornejo - Gesang, Perkussion
Francisco Mercado - Violine
Emiliano Iummato - Trompete
Maik Kazenave - Schlagzeug
Albert Casanova - Bass
Paul Marx - Saxophone
Volker Vauland - Posaune
Yury Kaplya – Flöten
 

Freitag, 30. Oktober 2015

Skolka (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Warum zart und brav, in sich gekehrt und leise, wenn es auch wild, bewegungsfroh, frech und laut geht? Und wo, wenn nicht in den tiefsten Kellerröhren des Weinviertels, kann Skolka entstanden sein?
Das war im Jahr 2008, und die Richtung war den sechs Männern und zwei Frauen eigentlich bereits im Zeugungsmoment klar: Gesungen wird im Weinviertler Dialekt, und der Rest ist eine wüste Mischung aus Ska und Polka, umgesetzt durch Posauen und Trompeten, Bass- und Gitarrenriffs, vorangetrieben vom unbändigen Willen zu Sonne, Luft und Freiheit. Ihr geheimes Motto lautete offensichtlich „Raus aus der Enge der Weinkeller, rauf auf die Bühne!“.
Dass der Achtköpfler Musik macht, die in die Beine fährt, bewies Skolka recht schnell als Vorgruppe von Bands wie Russkaja und Alkbottle und mit ihrem ersten Hit „Gemma, Gemma!“ im Jahr 2013. Ihr energetischer Ska-Polka-Mix, eben ihre Skolka-Musik, rüttelt dabei auf dem Tanzboden selbst die noch wach, die den Balkan-Boom am Anfang des 21. Jahrhunderts mit umherziehenden rumänischen und bulgarischen Hochgeschwindigkeitsbläsern entweder verpasst hatten oder denen die ungeraden Rhythmen zu fremdartig klangen. Dabei hält Skolka den Energielevel weiterhin hoch und schreibt die Entwicklungsgeschichte der Wildheit im Tanz weiter. Stillstand war gestern, Skolka ist heute!

Judith „Judy“ Frank - Gesang
Thomas Rieder - Gitarre, Gesang
Nina Hiesberger - E-Bass, Kontrabass
Gerald „Gonzo“ Schwent - Schlagzeug
Christoph Schodl - Posaune, Gesang
Roman Leisser - Posaune
Christoph Nadler - Trompete
Bernd Treimer - Trompete

Begrenzte Sitzplätze
 

Dienstag, 3. November 2015

Belofour (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Die Four Tops? Die Fab Four? Liebhaben und nicht vergessen. Doch nun muss den bekannten Viererbanden eine weitere hinzu gefügt werden: Belofour.
Vierfach konzentrierte Akkordeon-Power, das ist Belofour, und das Quartett ist so hochkarätig besetzt, dass man sich fragt: Wieso sind sie erst jetzt auf die glorreiche Idee des Zusammenspiels gekommen?
Gruppengrandseigneur ist Stefan Sterzinger, Urgestein der Wiener Szene, der schon mit seiner Sterzinger Rock’n’Roll Experience auf den Einsatz mehrerer Akkordeonisten setzte. Stefan Heckel kann auf eine veritable Jazz-Biografie zurück blicken, hat er doch die experimentellere Seite des Jazz-Mondes erkundet. Nikola Zaric bringt folkloristische Töne ins Spiel. Der Wiener, Sohn serbisch stämmiger Eltern, fühlt sich in der Klassik und in den Musiken Osteuropas wohl. Seine Flexibilität erprobt er im Spiel mit den Donauwellenreitern und mit Belofour, die Paul Schuberth zum Akkordeon-Kleeblatt vervollständigt. Einst als Wunderkind gepriesen, ist er dem Kindsein entwachsen, das Wundersame seines Spiels aber ist ihm geblieben. Mit ihm sind Belofour, die Musketiere des Akkordeons, komplett, und die Musikgeschichte ist um ein Qualitätsquartett reicher.

Stefan Sterzinger - Akkordeon
Stefan Heckel - Akkordeon
Nikola Zaric - Akkordeon
Paul Schuberth - Akkordeon
 

Mittwoch, 4. November 2015

Giorgio Conte (Italien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 25 / erm. € 15  
 
Wer Musik hören kann, sollte auch lesen können, und zwar gerade das Kleingeschriebene. Letzteres findet sich als Autoren- oder Komponistenname bei den Songs, die alle kennen und mitsingen können, oft ohne Wissen um die Urheber.
Adriano Celentanos Überhit „Azzuro“ ist so ein Fall. Kennen alle, aber wer ist der eigentliche Verursacher? Ein gewisser Conte. Richtig, Paolo Conte. Der Name Contes findet sich auch hinter den Liedern italienischer Stars wie Milva, Ornella Vanoni oder Fausto Leali. Aber in diesen Fällen gehört die Ehre Giorgio Conte.
Dass er mehr als nur der kleine Bruder des großen Conte ist, hat er längst vergessen lassen. Seitdem er seinen Anwaltsberuf an den Nagel gehängt hat, ist er als Vollzeit-Chansonnier mit einer bestens eingespielten Band unterwegs und beweist musikalischen Chic mit französisch-italienischem Retro-Charme zwischen Jazz und Chanson. Seine Musik ist tatsächlich nichts für Paragrafenverdreher, sondern enthält in ihrer mit Gustos vorgetragenen Offenheit und in ihrem nonchalanten Stilbewusstsein alles, was es zum Genuss braucht. Dass der Seigneur Giorgio Conte nicht nur Musik schreiben kann, sondern auch eine erlesene Lebensphilosophie verkündet, verwundert nicht: „Mit dem Leben spazieren gehen, solange das Leben das will“, singt er. Ja, fürs Kleinliche ist dieser Herr wirklich nicht zu haben.

Giorgio Conte - Gitarre, Stimme
& Band
 

Freitag, 6. November 2015

Sam Simon / Sparkledrive (Ö)

Jazz, Roots

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Wenn die Osterweiterung Wiens dort anfängt, wo hinter dem Rennweg der Balkan beginnt, wo findet dann eigentlich die Westerweiterung statt? Eine einfache Antwort könnte lauten: überall dort, wo Sparkledrive aufspielt.
Den Namen hat sich das Wiener Quintett einem Effektgerät für E-Gitarren entliehen, das diesen mehr Saft und Kraft auf die sechs Saiten zaubert. Und gemeint ist mit der Wahl des Bandnamens wohl, dass Sparkledrive der amerikanischen Rootsmusic mächtig Dampf machen.
Mit heulender Pedalsteel-Guitar, Banjo und E-Gitarren, mit bluesigem Rock und balladeskem Country liefert die Band den Soundtrack zu einem Roadmovie durch den amerikanischen Westen, wo der Prairiesand noch schmerzt, Männer mit ihren Kühen heulen und die Sonne hinter den blauen Bergen versinkt.
Von dort, also vom Blues, kommt Sam Simon zu diesem Doppelkonzert. Auch er ist dem Genre Americana verpflichtet, setzt aber mehr blueslastige Südstaaten-Akzente, wenn er ein „Bluegrass-Hawaiian-Slideguitar-Soul-Gumbo“ anrichet. Gumbo ist eine hochwürzige Sache und Louisianas Beitrag zur Welternährung, und rein zufällig sind die Mitglieder von Sparkledrive Liebhaber dieses herrlich würzigen Eintopfs. Mit anderen Worten: auf diesem Doppelkonzert werden heftig-deftig Americana auf österreichische Art und Weise aufgekocht. Und daran dürften auch die Freunde von Gulasch und Cevapcici Freude haben.

Sam Simon - Slide-Gitarre

SPARKLEDRIVE
Andreas Neumeister - Gesang, Gitarre
Markus Mayerhofer - Pedal Steel Guitar, Banjo
Alex Gantz - E-Gitarre
Wolfgang Schön - Bass
Helmut Schiefer - Schlagzeug

In Koproduktion mit Americana Fest 2015
 

Dienstag, 10. November 2015

Peter Rosmanith & OttoLechner (Ö)

Musik & Film

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 12  
 
Die Abenteuer des Prinzen Achmed
“Es war einmal“ – mit diesen Worten fangen Märchen an. Sie handeln von Vertrauen und Verrat, der Suche nach Liebe und ihrer Erfüllung.
Die Filmemacherin Lotte Reiniger fand ihr Glück, als sie in den zwanziger Jahren mit der Schere in der Hand aus schwarzer Pappe etwa 250.000 Bilder schnitt, diese vom Trickfilm-Pionier Walter Ruttmann animieren ließ und daraus schließlich 1926 der erste abendfüllende Animationsfilm der noch stummen Filmgeschichte wurde: „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ ist ein mit Bildern atemberaubend schön erzähltes Märchen: Wie der Kalifen-Sohn Prinz Achmed auf dem fliegenden Pferd eines Zauberers reitet, sich in eine schöne Fee verliebt, diese vom bösen Zauberer entführt wird und der Prinz sie zu retten versucht, das ist der Stoff, aus dem Träume sind.
Die stille Poesie dieses Meisterwerks zum Klingen zu bringen ist die Aufgabe von Peter Rosmanith und Otto Lechner. Beide Musiker sind erfahren in der Welt orientalischer Klänge, doch das Geheimnis ihrer einfühlsam zelebrierten Klangminiaturen dürfte wesentlich in der besonderen Form der Interaktion beider Musiker liegen. Der blinde Akkordeonist wird mit seinem speziell geschulten Sensorium sich den magischen Händen des sehenden Perkussionisten anvertrauen müssen, um so gemeinsam Spannung und Glück eines Märchens auf die Zuschauer zu übertragen und aus einem „Es-war-Einmal“ ein „Es-Ist“ zu machen.

Otto Lechner - Akkordeon, Keyboard
Peter Rosmanith - Perkussion, Hang
 

Mittwoch, 11. November 2015

The Erlkings (USA, Österreich)

Musik & Film

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Vor einigen Jahren wurde sie ausgerufen und gleich wieder abbestellt: die Spaßgesellschaft. Denn ganz ohne Ernst geht es doch nicht, und ohne Bryan, Franz und Johann Wolfgang schon gar nicht. Letzterer ist mit seinem Gedicht über den dahinstürmenden Erlkönig Namenspatron der Erlkings, die sich dem Werk Franz Schuberts widmen.
Das machen die Erlkings auf Initiative von Bryan Benner, einem amerikanischen Bariton und klassisch ausgebildeten Gitarristen. In dem österreichischen Perkussionisten Thomas Toppler, fand er einen von Schubert begeisterten Mitspieler. Dritter im Bunde wurde der österreichisch Cellist und Blechblasexperte Gabriel Hopfmueller. Nach einem umjubelten Auftritt im Wiener „Porgy & Bess“, betonte das Trio, dass es sich gleichermaßen in eleganten Konzerthäusern, in feinen Clubs, aber auch in „smokey beer halls“ wohlfühle. Letztere mögen nicht mehr so up to date sein, aber dafür verwaltet das Trio das Erbe des 19. Jahrhunderts eben auf eine Weise, die es umso moderner klingen lässt: Die Erlkings sind die einzige und erste Band, die Schuberts Musik mit Folk/Rock-Elementen versehen, sich von althergebrachten Rührseligkeiten der Schubert-Nachfolge verabschieden und ihr Publikum dazu bringen, zu neu übersetzten Texten von Schiller und Goethe zu tanzen. Und damit Ernst seinen Spaß hat, trägt man passend zum Tanz ein gelbes Reclambändchen in der Hand!

Bryan Benner - Gitarre, Gesang
Gabriel Hopfmueller - Cello, Blechblasinstrumente
Thomas Toppler - Perkussion
 

Donnerstag, 12. November 2015

WeLoveSissi (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Wer mit der Country&Western-Ikone Johnny Cash durch den vielbesungenen „Ring Of Fire“ schreiten will, muss zumindest drei Fragen beantworten: Warum gibt es eigentlich in Österreich mehr Johnny-Cash-Tribute-Konzerte als in ganz Resteuropa?
Was fasziniert junge Menschen, die noch nicht geboren waren, als Cash seine größten Erfolge feierte, an dem „Man In Black“, der nach eigener Aussage nur drei Gitarrenakkorde beherrschte, chronisch süchtig und religiös war? Und was machen Österreicher und bekennende Sissi-Liebhaber, eben WeLoveSissi, aus dem Nachlass des Mannes, der Applaus bekam, als er sang, dass er einen Mann erschoss, nur um zu sehen, wie es sich stirbt?
Zuerst einmal ordnen WeLoveSissi das Werk neu: Wo Country drauf steht, streuen sie eine Spur Reggae rein, ein bisschen Jazz und einige Afrikanismen kommen ebenso hinzu wie Selbstgemachtes und Hauseigenes. Davon haben WeLoveSissi genug, denn das Trio besteht aus drei Musikern, die mehr Meriten haben als ein Outlaw Kerben auf dem Revolvergriff: Horst-Michael Schaffer trompetet vornehmlich bei der Jazz Big Band Graz und mit Kollegen wie Nick Cave oder Raphael Wressnig. Edi Köhldorfer ist Gitarrenweltmeister bei den Global Krynern, Barbara Dennerlein und Georg Breinschmid, und Philipp Sageder lebt mit Bauchklang zwischen Beatboxing und Electronics. Und zusammen reiten sie mit Sissi und Johnny in den Sonnenaufgang.

Horst-Michael Schaffer - Gesang, Trompete
Edi Köhldorfer - Gitarre, Gesang
Philipp Sageder - Gesang, Beatbox, Electronics
 

Dienstag, 17. November 2015

Nigun (Ungarn)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 20 / erm. € 12  
 
In einer der vielen, vielen Jubelkritiken, die seit der Gründung von Nigun im Jahr 2001 über die Konzerte der Band geschrieben wurde, heißt es: „Vigorous start, incrdedible solos, abatement, and then back to the basics.“ Was nichts anderes heißt als: Von Anfang volle Kraft voraus, kurze Pause und dann ’ran ans Eingemachte!“
Das Eingemachte, das könnten jene Musiken sein, auf die sich Nigun beziehen: Jazz ist die eine Kraftquelle, die andere ist Klezmer in seiner speziellen osteuropäischen Spielart. Will man ihre Musik nun deswegen als „Klez-Jazz“ bezeichnen, trifft das allerdings nur den halben Spaß. Denn letztendlich spielt Nigun auch mit den Emotionen, den innersten Kraftquellen aller, die sie hören. Kein Wunder, dass sie in nahezu allen europäischen Ländern und sogar in den USA vor begeistertem Publikum aufgetreten sind. Mehr noch, Jazz-Avantgardisten wie John Zorn und Don Byron luden sie ebenso zum gemeinsamen Spiel ein wie Frank London von den Klezmatics.
Einen Wirbelwind an Emotionen, an kreativer Entfesselung ihrer musikalischen Wurzeln in Jazz, Klezmer, ungarischer Folklore und Rock-Einflüssen, zu entfachen, das ist Sache von Nigun. Sich davon hinwegtragen zu lassen, das ist Sache des Publikums. Wenn beides zusammen passt, dürfte man hinterher ebenso voll des Jubels sein wie die zahlreichen Besucher ihrer Konzerte, die mit Jubelkritiken nicht sparten.

Andras Parniczky - Gitarre
Peter Bede - Saxophon
Peter Ajtai - Kontrabass
Istvan Balo - Schlagzeug

In Koproduktion mit KlezMore 2015
Mit freundlicher Unterstützung von NKA
 

Mittwoch, 18. November 2015

Reform Art Unit (Österreich)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 22 / erm. € 13  
 
Stimmt es, dass Propheten im eigenen Land wenig gelten und deshalb die Berge zum Propheten kommen müssen? Wenn ja, dann verwundert es nicht, dass Thurston Moore, Mastermind der US-Noise-Rocker Sonic Youth, 1998 nach einem Konzert in Wien gezielt in einem hiesigen Fachgeschäft nach Aufnahmen des in der amerikanischen Freigeisterszene hoch geschätzten Ensembles um die Gründungsmitglieder Fritz Novotny und Sepp Mitterbauer suchte.
Und ist es wahr, dass die Pop-Rocker von U2 höchst selbst nach einem Wien-Konzert 1992 um eine Audienz bei Novotny baten?
Richtig ist, dass die Reform Art Unit, auch: reformArtunit oder RAU genannt, eine dienstalte, aber hochaktive Formation aus der Zeit des beginnenden Free Jazz in Österreich ist. Und die wurde im Ausland immer schon höher wertgeschätzt als im Inland. Das hat die Betreiber nicht gehindert, aktiv ihre Idee von einer Musik umzusetzen, die mit Reformen ernst macht und sich pilzartig verbreitet: Mittlerweile gibt es ein reformARTwoodquarter, ein RAwest und ein RApannonia, und es kann solo als auch großorchestral einer Musik nachgegangen werden, die sich aus Einflüssen asiatischer Musiken ebenso speist wie aus Rock, Jazz, Wiener Moderne und Klassik. Dass die Reform Art Unit dabei spielerisch den Gedanken der improvisierten Komposition hochhält versteht sich. Wird es nicht Zeit, dass die Berge wandern lernen?

Niki Dolp - Perkussion, Schlagzeug
Georg Graf - Bassklarinette
Nigar Hasib - Gesang
Karl Wilhelm Krbavac - Viola
Yedda Chunyu Lin - Klavier
Sepp Mitterbauer - Trompete
Fritz Novotny - Sopransaxophon, Flöte
 

Dienstag, 24. November 2015

Kofelgschroa (Deutschland)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 20 / erm. € 12  
 
In Deutschland, wo Volksmusik, im Gegensatz zu Österreich, längst keine lebendige Tradition mehr ist, ist jeder bessere neo-folkloristische Ton gleich eine Sensation. Die kann natürlich nur aus Bayern kommen, dem letzten, fast schon nicht-deutschen Refugium mit einzigartiger Volksmusikpflege zwischen Bergen und Almauftrieb.
Und wenn dann in Oberammergau einmal nicht der Herrgottschnitzerei nachgegangen wird, dann wird es wohl rund um den dortigen Hausberg, den Kofel, richtig laut. Und zwar so laut, dass sich ein Quartett, das sich brav „Kofelmusik“ nannte, auf Geheiß der Einheimischen in „Kofelgschroa“ (Kofelgeschrei) umbenannte. Seit 2012 ist das Berggeschrei so verhaltensauffällig, dass sich die deutschen Feuilletons vor Lob und Verwunderung nicht mehr recht auskennen: Die Kofels seien „Parallelzeitwesen, deren innere Uhren in ihrer genau richtigen Geschwindigkeit ticken – unbeirrt“, schrieb die Süddeutsche Zeitung, es wurden rasante Vergleiche zwischen Karl Valentin, J.J. Cale und diversen Freak Folks-Combos gezogen, und das Fazit wurde im Radio Eins aus Berlin verkündet: „Gäbe es deutschen Folk, dann wären die das.“ Und die, die machen das mit Tuba und Tenorhorn, mit schleppend-schepperndem Marschrhythmus, leierndem Akkordeon und schrammelnder Gitarre als eine Form von lyrisch-exotischem Bayernkrautfolkdubrock, die es nun auch jenseits des Kofels zu hören gibt.

Matthias Meichelböck - Tenorhorn, Posaune, Gesang
Martin von Mücke - Helikontuba
Maxi Pongratz - Akkordeon, Harmonium, Gitarre
Michael von Mücke - Gitarre, Flügel, Kornett, Maultrommel, Klavier
 

Mittwoch, 25. November 2015

Salah Ammo & Peter Gabis (Syrien, Ö.)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Poesie, die Konzentration auf das Wesentliche und Klänge, die auf das Innerste des Menschen zielen, ohne das Außen zu verfehlen? Wenn Salah Ammo und Peter Gabis zum gemeinsamen Spiel zusammen kommen, wird ein Weg beschritten, der Welten zusammenführt.
Nicht allein, weil sich in den Biografien von Salah Ammo, dem Bouzouki-Spieler aus Syrien, und der von Peter Gabis, dem Perkussionisten und Obertonsänger in Wien, der Nahe Osten und Mitteleuropa begegnen. Sicherlich, der gefeierte Musiker aus Syrien floh vor dem Krieg in seiner Heimat, während der Österreicher sich seine Meriten als Musiker in friedlichen Zeiten zwischen Wien und New York erwarb, ihre Begegnung an sich also schon zwei Welten miteinander verband. Aber da ist mehr, da ist eine Feinfühligkeit am Werk, die mehr ist als eine höfliche Begegnungszeremonie: Wenn Salah Ammo mit ausdrucksstarker Stimme singt und mit Zartgefühl seine Laute anschlägt, und Gabis auf wundersame Weise seinen Obertongesang erklingen lässt und den Perkussionsinstrumenten rhythmisch schwebende Klangwelten entlockt, dann entsteht ein intensives Zwiegespräch, das auch das Publikum zu einem Dialog mit auf eine innere Klangreise nimmt.
Nominierungen für den „Austrian World Music Award“ und ihrer CD „Assi“ für die Bestenliste beim „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ bezeugen, dass ihre intensive Klangweltenerzeugung verstanden wird.

Salah Ammo - Gesang, Bouzouk
Peter Gabis - Obertongesang, Perkussion, Schlagzeug
 

Donnerstag, 26. November 2015

Balkan Khans (Bulgarien)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Balkan, gar Balkan-Boom? War das nicht einmal etwas, so um die Jahrtausendwende, als von Wien, Berlin und Frankfurt ausgehend, wohl das letzte Mal ein musikalischer Trend gefeiert wurde, der genreübergreifend Punker, Rocker, Jazzer und Pop-Spaßbürger zum gemeinsamen Wohlfühlen auf die Tanzfläche brachte?
Viele Aktivisten von einst distanzieren sich heute vom Balkan-Hype. Leicht vergessen wird dabei, wie viel Energie und Können damals am Werk war und die Menschen zusammen-brachte.
Genau gegen dieses Vergessen spielen die Balkan Khans an. Sie, die Großmeister (Khans), bestehen aus einem hochbetagten Violinenvirtuosen, Bulgariens bekanntestem Beat-Boxer, einem klassisch ausgebildeten Pianisten, einem Dudelsack spielenden Eremiten und einem Jazz-Gitarristen. Mit explosiver Interaktion und archaisch anmutender Improvisationskunst entfesseln sie einen folkloristischen Feuersturm, der auf der Bühne und auf der Tanzfläche in Erinnerung ruft, dass Musik vor allem eines nicht darf: langweilig sein und kraftlos vor sich hin plätschern. Auf umjubelten Festival-Auftritten haben die bulgarischen Meistermusiker hören lassen, wie sich die „positive vibrations“ vom Anfang des Jahrtausends in der Jetztzeit lebendig erhalten lassen: positive Schallbeglückung mit folgenschweren Tanzeinlagen bleibt mit den Balkan Khans angesagt!

Nikolai Ivanov OM - Keyboards, Gitarre, Stimme
Skiller - Beatbox
Ventzi Takev - Geige
Ateshghan Yuseinov - Gitarre
Kolio Ivanov - Gaida (Dudelsack), Tupan (Trommel)

Begrenzte Sitzplätze
 

Freitag, 27. November 2015

Tsatsiki Connection (Gr, Türkei, Lichtenstein, Ö)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Die Tsatsiki Connection funktioniert ganz gut mit Ouzo, Gyros, Tsatsiki und Genießern jeglicher Nationalität. Bestens funktioniert sie allerdings mit Musik. Das haben sich jedenfalls der griechische Liedermacher Lakis Jordanopoulos und der türkische Philosoph und Multiinstrumentalist Hakan Gürses gedacht.
Seit über 20 Jahren sind sie die türkische und griechische Seele von „Lakis & Achwach“. Zusammen mit dem Bassisten Herwig Thoeny aus Liechtenstein und dem ebenfalls aus der Türkei stammenden Perkussionisten Metin Meto bilden sie ein multinationales Quartett, dem vor allem die Liebe zum verbindenden mediterranen Lebensgefühl am Herzen liegt. Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, ist die Tsatsiki Connection offen für Raki und Döner, natürlich aber auch für Schweizer Käse, Haxn und Bier. Mit anderen Worten: ein Abend mit der Tsatsiki Connection verspricht ideell einen vielfältigen kulinarischen Genuss im Zeichen der Völkerfreundschaft und löst dieses Versprechen durch eine kraftvoll-handfeste Musik ein.
Mit raffinierten Arrangements, treibend vielfältigen Rhythmen, fängt die Tsatsiki Connection ein Lebensgefühl ein, das mit dem Kitsch-Amüsement der Urlaubsidyllen wenig zu tun hat, dafür aber mit Spielwitz und purer Lust am gemeinsamen Spiel punktet. Darauf einen Slibovitz!

Lakis Jordanopoulos - Gesang, Gitarre, Baglama
Hakan Gürses - Gesang, Gitarre, Bouzuki, Flöte, Ud, Baglama
Metin Meto - Perkussion, Gesang
Herwig Thoeny - Kontrabass, Gesang
 

Mittwoch, 2. Dezember 2015

S.O.D.A. (Österreich)

Jazz

Beginn: 20:00
Eintritt: € 18 / erm. € 11  
 
Die Rede von der „Neuerfindung“ geistert durch die Pop-Geschichte, seitdem Kings und Madonnen alt genug werden, um nicht nur einen Trend, sondern gleich mehrere mitzumachen.
Böse Zungen behaupten, „Neuerfindung“ sei lediglich die Fortsetzung der Langeweile mit anderen Mitteln.
Aber es geht natürlich auch anders. Wenn sich etwa in Wiens umtriebiger Musikerszene eine Band neuerfindet, ist das erst einmal eine gute Sache. Denn anstatt sich aufzulösen und die Energien verpuffen zu lassen, um wieder erfolglos ein anderes und noch ein anderes Projekt zu gründen, behauptet man den eigenen Beharrungswillen, den einmal gefundenen Markennamen und das Projekt per se. Und mitunter findet man tatsächlich auch noch den einen oder anderen neuen Ton.
So geschehen jetzt mit S.O.D.A. Das Quartett aus Wien kündigt einen Neustart an und hält doch am Namen, den wichtigsten Mitgliedern und dem Miteinander der Band fest. Richtig „neu“, so heißt es, sei eigentlich nur die Rückbesinnung auf alte Tugenden wie Interaktion und Improvisation. Also: Back to the roots, zurück und zugleich vorwärts mit Nu Jazz Grooves und Hooklines, die sich in den Gehörgängen festsetzen. Das neue S.O.D.A. ist das alte S.O.D.A., nachdem es über sieben Brücken gegangen ist und wiedergetauft wurde. Oder andersrum: S.O.D.A. hat ein Identitätsproblem gehabt – und es glorreich gelöst.

Lise Huber - Gesang
Johannes Specht - Gitarre
Amirkasra Zandian - Persische Perkussion
Konstantin Kräutler - Schlagzeug
Oliver Steger - Bass
 

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Titi Robin Taziri Trio (Fr, Marokko)

World

Beginn: 20:00
Eintritt: € 25 / erm. € 15  
 
Die Wanderwege der Musik sind immer wieder erstaunlich, und diejenigen, die sie beschreiten, lassen uns immer wieder mit Erstaunen zurück: Was ist die Triebfeder ihres Wanderns, der Brennstoff, der sie vorantreibt?
Titi Robin, der vornehmlich als Gitarrist und Komponist bekannte Musiker aus Frankreich, beschreibt die Suche nach neuen ästhetischen Werten als jene Kraft, die ihn von Frankreich aus den Süden und seine Musik erkunden lässt. Süden, das ist der Mittelmeerraum, das sind die Musiken der Gitanes, das sind zunehmend auch die Musiken des arabischen Raums. Wie fremd und entfernt oder wie nah und vertraut sich die westlichen und die orientalischen Musikkulturen sein können, das lässt er als Gitarrist, Bouzouki- und Oud-Spieler in Zusammenarbeit als Taziri Trio mit marokkanischen Berbermusikern hören, die sich auf die hypnotischen Grooves ihrer Heimat verstehen.
Marokko, seit den dreißiger Jahren als Umschlagplatz von westlichen Künstlerträumen und arabischer Traumwirklichkeit legendär, ist bis heute als Brückenland zwischen Südeuropa und Arabien ein ideales Land, um Titi Robins Südensuche nach ästhetischen Aufgaben, nach Sinn und Werten zu entsprechen. Und wenn wir einander nicht in Marokko und nicht in Frankreich treffen, dann halt dort, wo sich auch manche Wanderwege der Musik treffen, in Wien.

Titi Robin - Gitarre, Bouzouki, Oud
El Mehdi Nassouli - Guembri, Gesang, Perkussion
Habib Meftah Boushehri - Perkussion